Ski-Drama: Dieter Althaus weiss, dass Beata C. tot ist
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Ski-DramaDieter Althaus weiss, dass Beata C. tot ist

Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus soll jetzt wissen, dass die mit ihm am Neujahrstag kollidierte Skifahrerin den Unfall nicht überlebt hat. Althaus habe schockiert auf die Nachricht reagiert - und sie gleich wieder vergessen.

Eine Psychologin, die zusammen mit dem Althaus-Ehepaar Skiferien auf der österreichischen Riesneralm verbrachte, hat dem thüringischen Ministerpräsidenten die Todesnachricht über den Skiunfall überbracht. Dies schreibt die «Bild»-Zeitung.

Der Politiker habe «schockiert» reagiert. Danach sei er niedergeschlagen eingeschlafen. Am nächsten Morgen habe ihm die Psychologin den Unfall erneut in Erinnerung bringen müssen. Althaus hatte angeblich alles wieder vergessen.

Das sei normal, erklärte Klinikchef Reinhard Lenzhofer den Medien: «Herr Althaus kann sich räumlich und zeitlich noch nicht voll orientieren. Er befindet sich noch immer in der Durchgangsphase, die jeder Bewusstlose erlebt. Der Patient kann stundenweise völlig normal reagieren, verhält sich dann aber plötzlich wieder nicht adäquat.»

«Die Verlegung steht bevor»

Inzwischen diskutiert man über die Verlegung des Patienten nach Deutschland. Der Transfer des 50-Jährigen aus Österreich in die Uniklinik Jena werde «entweder heute, morgen oder übermorgen» stattfinden, sagte der Sprecher des Schwarzacher Krankenhauses, Karl Söllhammer, am Freitag der Nachrichtenagentur AP. «Er ist noch nicht transferiert worden», erklärte Söllhammer.

Am Donnerstag hatte das Krankenhaus erklärt, der Zeitpunkt der Verlegung werde «nach Erledigung aller organisatorischen Erfordernisse in Abhängigkeit von den Verkehrs- und Witterungsverhältnissen in Abstimmung mit den Angehörigen, dem Klinikum Jena und den Behörden fixiert». In Jena bereitete man sich am Donnerstag bereits auf die Ankunft des Ministerpräsidenten vor, wie Klinikum-Sprecherin Helena Reinhardt der AP gesagt hatte. Er werde in der Klinik an der Erlanger Allee in Jena-Lobeda erwartet.

Althaus war nüchtern auf der Piste

Sowohl Althaus als auch die 41-jährige Frau, die kurz nach dem Skiunfall an ihren Verletzungen starb, waren bei ihrem Zusammenprall am Neujahrstag nüchtern. «Die Untersuchung der Blutproben der Genannten durch das Institut für Gerichtliche Medizin der Universität Graz ergab jeweils eine Blutalkoholkonzentration von 0,0.» Das bedeute, dass sowohl Beata C. als auch Dieter Althaus zum Zeitpunkt der Blutabnahme alkoholnüchtern gewesen seien, teilte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Leoben, Walter Plöbst, in einer schriftlichen Erklärung mit.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung. Die Behörde rechnet nach eigenen Angaben in rund vier Wochen mit dem Abschluss der Ermittlungen. Der Anwalt von Althaus geht von zwei Wochen aus.

(AP/kle)

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