Bundesgericht: Dignitas-Arzt verliert Bewilligung
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BundesgerichtDignitas-Arzt verliert Bewilligung

Der Kanton Zürich hat einem 77-jährigen Arzt und Sterbehelfer von Dignitas zu Recht die Bewilligung zur Berufsausübung entzogen.

Er hätte eigentlich nur Familienangehörige und Bekannte behandeln dürfen. Mit seiner Beschwerde ans Bundesgericht gegen den Entzug der Bewilligung ist er nun abgeblitzt.

Beim Sterbehelfer der Dignitas handelt es sich um einen pensionierten Arzt, der nur noch über eine Seniorenpraxisbewilligung verfügte. Diese erlaubt einem Arzt über 70 noch, Personen aus dem Familien- und Bekanntenkreis zu behandeln. Trotz dieser Einschränkung verschrieb der 77-jährige Arzt Sterbewilligen den Todescocktail.

Im Januar 2007 ersuchte der Arzt, ihm sei die Praxisbewilligung zu erneuern und zu erweitern, so dass er seine ärztliche Tätigkeit nebst Verwandten- und Freundeskreis neu auf jenen Personenkreis ausweiten könne, der Rat und Hilfe bei Sterbehilfeorganisationen suche. Für letzteren Personenkreis wollte er seine ärztliche Tätigkeit auf die Erstellung von Gutachten einschliesslich Rezeptur von Natrium-Pentobarbital ausdehnen. Die Zürcher Gesundheitsdirektion verweigerte dem Arzt die Sonderbewilligung und erklärte, für die Untersuchung und die Verabreichung des Todescocktails benötige ein Arzt zwingend eine ordentliche Praxisbewilligung. Auch die Seniorenpraxisbewilligung wurde dem Arzt entzogen, weil er gegen das Gesundheitsgesetz verstossen und Patienten - sprich Dignitas-Sterbewillige - behandelt habe, die ausserhalb seines Verwandten- und Bekanntenkreises standen. Das Zürcher Verwaltungsgericht bestätigte den Entscheid und wies eine Beschwerde des Seniors ab.

Eine dagegen eingereichte Beschwerde des ehemaligen Arztes hat das Bundesgericht nun ebenfalls abgewiesen. Die schriftliche Urteilsbegründung steht noch aus. Der Arzt muss die Gerichtskosten von 4.500 Franken bezahlen.

(dapd)

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