Gekappte Wurzeln: Dijon verliert den Senf

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Gekappte WurzelnDijon verliert den Senf

Der weltberühmte Dijon-Senf verliert seine Wurzeln: Der scharf-würzige Senf des Traditionsunternehmens Amora-Maille soll nicht länger in der Burgunderstadt hergestellt werden.

Wie das Unternehmen am Freitag bekanntgab, wird die historische Fabrik, in der die pikante Würze seit 1900 produziert wird, bis zum 31. Dezember kommenden Jahres dicht gemacht. Insgesamt drei Standorte müssen schliessen und 265 Mitarbeiter entlassen werden.

Der Dijon-Senf soll künftig in einem Vorort angerührt werden. Die Produktion in der historischen Senffabrik von Dijon sei in den vergangenen sechs Jahren um knapp 42 Prozent zurückgegangen, begründete Amora-Maille den bitteren Schritt. Zugleich ist der Preis für Senfkörner allein im vergangenen Jahr um 144 Prozent gestiegen. Die Senffirma will ihre Aktivitäten deswegen in ihrer Fabrik in Chevigny nahe Dijon bündeln, zehn Millionen Euro sollen dort in den Aufbau eines Vorzeigestandortes in Europa investiert werden.

Amora-Maille ist für Feinschmecker weltweit eine anerkannte Grösse, seinen Dijon-Senf stellt das Unternehmen schon seit 1720 her. Baron Philippe de Rothschild und der französische Nahrungsmittelriese Danone gehörten zeitweilig zu den Eigentümern des Essig- und Spirituosenherstellers. Seit 2000 gehört die Firma aber dem britisch-niederländischen Konzern Unilever. (dapd)

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