Aktualisiert 18.12.2008 19:35

SpanienDiktator Franco reitet in die Geschichte

Gut 33 Jahre nach dem Tod von Francisco Franco verschwindet in Spanien die letzte Reiterstatue des Diktators aus dem Strassenbild. In Santander begannen Arbeiter damit, das mehr als fünf Tonnen schwere Standbild auf dem Rathausplatz zu demontieren.

Hunderte von Bewohnern der nordspanischen Hafenstadt beobachteten das Schauspiel trotz strömenden Regens. Die Statue soll später in einem geplanten Museum der Region Kantabrien aufgestellt werden. In Madrid hatte die spanische Regierung vor gut drei Jahren ein identisches Reiterstandbild in einer Nacht- und Nebelaktion demontieren lassen.

Damit ist die Nordafrika-Exklave Melilla die letzte spanische Stadt, in der noch eine Statue von Franco (1939-1975) auf einem öffentlichen Platz zu sehen ist. Dieses Standbild zeigt den «Generalísimo» allerdings nicht zu Pferde. Es soll ebenfalls demontiert werden.

In spanischen Städten sind noch Hunderte von Strassen und Plätzen nach dem Ex-Diktator und anderen Repräsentanten des Regimes benannt. Die Gemeinden sind durch ein Gesetz dazu angehalten, die Namen zu ändern. Die Beseitigung dieser Überbleibsel der Diktatur ist in Spanien jedoch ein heikles Thema.

Bis heute wagte sich auch keine Regierung des Landes an die Frage, was mit der Basilika im «Valle de los Caídos» (Tal der Gefallenen), dem wichtigsten Monument der Diktatur, geschehen soll. In dieser - in einen Berg gehauenen - Gedenkstätte nordwestlich von Madrid befindet sich das Grab Francos.

(sda)

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