Aktualisiert 04.03.2011 13:54

Vermisste ZwillingeDiktiergerät entdeckt - Blutspur auf Fels

Die Polizei hat offenbar das Diktiergerät des Vaters gefunden – es enthält aber keine Hinweise zu den Zwillingen. Auf Korsika werden derweil Blutspuren analysiert.

von
fum

Lange haben die italienischen Fahnder nach dem Diktiergerät von Matthias S., dem Vater der vermissten Zwillinge Livia und Alessia, gesucht. Dieses trug er immer auf sich. Wie eine Person aus dem Umfeld der Familie auf Anfrage von 20 Minuten Online sagte, haben es die italienischen Ermittler mittlerweile aufgefunden. Matthias S. habe darauf mehrere Nachrichten registriert, die wie schon einige der aufgefundenen Briefe verzweifelte Appelle an seine Frau enthielten. Hinweise auf den Verbleib der beiden Mädchen seien hingegen nicht entdeckt worden. Die italienische Polizei bestätigt den neuesten Fund noch nicht, der zuständige Ermittler konnte bis anhin nicht erreicht werden.

Am Dienstag wurde neben den Bahngeleisen in Cerignola - in unmittelbarer Nähe des Ortes, wo sich Matthias S. das Leben nahm - auch das GPS-Gerät des Vaters entdeckt. Neben dem Apparat lagen auch die Autoschlüssel.

Das Navigationsgerät wurde allerdings - vermutlich durch den Zusammenprall mit einem Zug - in Stücke zerrissen. Dementsprechend wenig Hoffnungen machen sich die Polizisten auf die Auswertung des Geräts. «Es wird schwierig sein, die Daten wieder herzustellen», sagte Ermittler Alfredo Fabbrocini gegenüber der französischen Presseagentur AFP. Die Beamten gehen davon aus, dass der Vater im Moment seines Suizids das Gerät auf sich trug.

Suche geht weiter

Auf Korsika wird derweil die Suche nach den vermissten Waadtländer Zwillingen Alessia und Livia fortgesetzt. Die italienische Zeitung «La Repubblica» berichtet in ihrer Onlineausgabe, dass auf Felsen in Cap Corse Blutspuren entdeckt worden seien. Zwar sei noch unklar, ob es sich um menschliches Blut handle, die Ermittler würden die Spuren aber biologisch analysieren lassen. Für morgen Mittwoch ist ein Treffen der Ermittler aus Frankreich, Italien und der Schweiz in Marseille geplant, um eine Zwischenbilanz zu ziehen.

Aus der Schweiz werden der zuständige Waadtländer Staatsanwalt und zwei Polizisten an den Treffen teilnehmen, wie Polizeisprecher Jean-Christophe Sauterel sagte. Zwei weitere Polizisten befinden sich überdies seit Tagen auf Korsika und werden laut Sauterel «bis auf Weiteres» vor Ort bleiben.

Auch in der Schweiz wird ermittelt

In Lausanne arbeiten weitere 15 Personen an dem Fall, vor allem Ermittler der Kriminalpolizei. Laut Sauterel befassen sie sich vor allem mit dem privaten und familiären Umfeld der Zwillinge und des Vaters. Noch immer gingen zahlreiche Hinweise ein, denen nachgegangen werden müsse, sagte der Sprecher.

Seit zwei Wochen suchen die Behörden mehrerer Länder erfolglos nach den beiden Mädchen, die Ende Januar von ihrem Vater aus dem waadtländischen St-Sulpice entführt wurden.

Erfolglose Suchflüge

Die Mutter der entführten Mädchen war am Sonntagmorgen auf Korsika eingetroffen, um die Polizei bei der Suche zu unterstützen. Nach ihrer Ankunft wurde sie mit einem Polizeihelikopter über das Gebiet der Insel geflogen, wo die Familie früher Ferien ihre Ferien verbrachte.

Die Mutter glaubt noch immer, dass ihre Mädchen am Leben seien und hat am Sonntag noch einmal einen Appell an die Bevölkerung gerichtet, alle Beobachtungen der Polizei mitzuteilen.

(fum/sda)

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