«Dingo-Mord» in Australien neu aufgerollt
Aktualisiert

«Dingo-Mord» in Australien neu aufgerollt

Der Fall des angeblich von einem Dingo verschleppten und getöteten Säuglings wird nach 24 Jahren neu aufgerollt: Ein alter Mann behauptet, den toten Säugling gesehen zu haben.

Der Fall hatte 1980 weltweit für Schlagzeilen gesorgt und wurde sogar unter dem Titel «A Cry in the Dark» mit Hollywood-Superstar Meryl Streep verfilmt: Die Mutter der zwei Monate alten Azaria hatte angegeben, ein Dingo-Wildhund habe das Baby von einem Campingplatz in der Nähe des Ayers Rock verschleppt und getötet. Sie wurde 1982 zu lebenslänglicher Haft verurteilt, 1986 aber rehabilitiert und freigelassen. Doch den Schatten des Verdachts wurde Lindy Chamberlain nie ganz los.

Jetzt hat der berühmteste Mordfall Australiens neue Aktualität erhalten: Der heute 78-jährige Frank Cole behauptet, er habe damals einen Dingo erschossen, der ein blutiges Bündel in seinen Fängen gehabt habe. «Ich bin fast zu Tode erschrocken, als ich sah, dass es ein Baby war», so Cole.

Aus Angst vor Konsequenzen – Jagen ist am Ayers Rock streng verboten – hätten er und seine Kollegen den Fund verschwiegen. Einer seiner Kumpel, die mittlerweile alle verstorben sind, habe die kleine Azaria wohl in seinem Vorgarten verscharrt.

Nun wollen die Behörden den Fall neu aufrollen und den Leichnam suchen.

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