Aktualisiert 22.04.2011 13:52

Thunersee«Dini Muetter» ist auch ein Schiff

Die Schifffahrtssaison auf dem Thunersee wurde mit einem Scherz eröffnet. Unbekannte haben die MS «Niederhorn» kurzerhand umgetauft. Die Verantwortlichen nehmens gelassen - noch.

von
meg
Hingucker des Tages: «Dini Muetter». (Bild: Leser-Reporter Roman Gugger)

Hingucker des Tages: «Dini Muetter». (Bild: Leser-Reporter Roman Gugger)

Am Karfreitag wurde auf dem Thunersee die Schifffahrtsaison eröffnet. In den letzten Jahren tuckerte jeweils auch die MS «Niederhorn» über den See. Das Schiff mit Baujahr 1959 und einer Spitzengeschwindigkeit von 27 km/h wird auf der Homepage als beliebtes Charterschiff für Senioren angepriesen. Doch die Saisoneröffnung 2011 fand ohne die MS «Niederhorn» statt. Denn das Schiff gabs vorübergehend gar nicht mehr.

Aus dem Seniorenschiff «Niederhorn» nämlich wurde über Nacht die MS «Dini Muetter». Natürlich nicht in Absprache mit der Schifffahrtsgesellschaft. «Da hat sich jemand einen Scherz erlaubt», sagt Leser-Reporter Roman Gugger. Ihm ist das neu getaufte Schiff im Hafen von Thun am Karfreitag Vormittag aufgefallen. BLS-Sprecher Markus Hügli bestätigt auf Anfrage, dass die MS «Niederhorn» in der Nacht auf den Karfreitag illegalerweise umgetauft wurde.

Die unbekannten Schiffsumtaufer haben für ihre Aktion offenbar keinen Aufwand gescheut. Um ihr Traumschiff zu basteln haben sie sich bei der MS «Stadt Thun» und der MS «Schilthorn» bedient und dort die fehlenden Lettern abgeschraubt, die für den Kraftausdruck aus dem Jugendslang notwendig waren. Das «M» für «Muetter» schliesslich haben sie aus Karton selber gezimmert und angebracht.

Die Schifffahrtsgesellschaft nimmt den Vorfall einigermassen entspannt zur Kenntnis. Derzeit seien die Mitarbeiter daran, die Buchstaben der drei Schiffe wieder in die richtige Reihenfolge zu bringen. Doch das ist gar nicht so einfach. Hügli sagt: «Wenn nicht alle Buchstaben der MS Niederhorn wieder zum Vorschein kommen, ists weniger lustig.» Die sind seit der Aktion nämlich verschwunden und nicht auffindbar. Sollten sie nicht mehr auftauchen, müssten sie neu gegossen werden, was eine kostspielige Sache sei. In diesem Fall sei auch eine Anzeige bei der Polizei nicht ausgeschlossen.

Wieso sich der oder die Täter ausgerechnet die MS «Niederhorn» ausgesucht haben und was sie mit ihrer Aktion bezwecken wollten, ist auch Hügli ein Rätsel. Sollte es sich um einen «Bubenstreich» handeln, sei die Sache aber nicht so schlimm.

Übrigens: Zur Jungfernfahrt kam «Dini Muetter» nicht. Sie blieb am Karfreitag im Hafen. Die Senioren und die zahlreichen Gäste wurden mit anderen Schiffen über den Thunersee geschifft.

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