Bern: Diphtherie-Ausbruch in Asylzentrum – tödliche Krankheit trat zuletzt 1983 auf

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BernDiphtherie-Ausbruch in Asylzentrum – tödliche Krankheit trat zuletzt 1983 auf

Nach einem Diphtherie-Ausbruch im Bundesasylzentrum Bern mussten über 180 Personen unter Quarantäne gestellt werden. 

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Im Bundesasylzentrum Bern ist Diphtherie unter den Asylsuchenden ausgebrochen.

Im Bundesasylzentrum Bern ist Diphtherie unter den Asylsuchenden ausgebrochen.

20min/Matthias Spicher
Bei zwei erkrankten Asylsuchenden liegt bereits ein positiver Toxin-Befund vor.

Bei zwei erkrankten Asylsuchenden liegt bereits ein positiver Toxin-Befund vor.

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In vier weiteren Fällen ist ein Test noch ausstehend.

In vier weiteren Fällen ist ein Test noch ausstehend.

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Darum gehts

  • Im Bundesasylzentrum in Bern ist es zu einem Diphtherie-Ausbruch gekommen.

  • 175 Menschen befinden sich in Quarantäne.

  • Die Krankheit trat letztmals 1983 in der Schweiz auf.

Zwei Personen sind im Bundesasylzentrum in Bern an Rachendiphtherie erkrankt – die Krankheit ist in der Schweiz letztmals 1983 aufgetreten. Die beiden Krankheitsfälle hat das Staatssekretariat für Migration (SEM) gegenüber Nau.ch bestätigt.

Bei den zwei Erkrankten liege bereits ein positiver Toxin-Befund vor, in vier weiteren Fällen sei ein Test noch ausstehend. Keiner der betroffenen Personen verspüre respiratorische Symptome. 

Weitere 175 Menschen befinden sich derzeit in Quarantäne im ehemaligen Zieglerspital: 92 unbegleitete minderjährige Asylsuchende wurden auf einer Etage des Gebäudes verteilt, weitere 83 Asylsuchende auf einer anderen. Alle Infizierten sind in Isolation, im ganzen Gebäude herrscht Maskenpflicht.

«Wir testen im grossen Stil alle Leute und bieten natürlich auch Impfungen an», erklärte SEM-Sprecher Samuel Wyss gegenüber dem SRF. «Den Menschen ist bewusst, dass Diphtherie eine schlimme, tödliche Krankheit sein kann.»

Was ist Diphtherie?

Die Diphtherie ist laut Wikipedia eine vor allem im Kindesalter auftretende, akute Infektionskrankheit, die durch eine Infektion der oberen Atemwege mit dem «Diphtheriebazillus» hervorgerufen wird.

Bei der Rachendiphtherie treten Angeschlagenheit, Übelkeit und Schluckschmerzen auf, häufig verbunden mit Bauch- und Gliederschmerzen, zunehmendem Fieber. An den Mandeln entwickelt sich ein gelblich-weisser Belag. Dieser kann sich schnell im ganzen Rachenraum ausbreiten. Ein faulig-süsslicher Geruch ist meist auch vorhanden.

Gefürchtet ist das von diesem Erreger abgesonderte Diphtherietoxin, ein Exotoxin, das zu lebensbedrohlichen Komplikationen und Spätfolgen führen kann. Hiervor schützt der Diphtherieimpfstoff. Diphtherie ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz eine meldepflichtige bzw. anzeigepflichtige Krankheit.

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(kle)

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