Schutz vor Strafverfolgung: Diplomatische Immunität erkauft
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Schutz vor StrafverfolgungDiplomatische Immunität erkauft

Zwei Geschäftsmänner liessen sich in Genf nieder. Dank Diplomatenpässen von karibischen Ministaaten erhielten sie weit mehr als das Aufenthaltsrecht.

von
chk
Steht im Verdacht, Millionären Reisepässe verkaufen: Grenada. (Archivbild)

Steht im Verdacht, Millionären Reisepässe verkaufen: Grenada. (Archivbild)

Zwei internationale Geschäftsmänner haben sich in der Schweiz als Botschafter beim Uno-Sitz in Genf niederlassen können, obwohl dies der Wiener Konvention widerspricht, wie die «SonntagsZeitung» berichtet.

Der Franzose Georges Cohen und der nigerianisch-libanesische Doppelbürger Gilbert Chagoury besitzen Diplomatenpässen von Ministaaten in der Karibik und sind die offiziellen Gesandten der Inseln bei der Uno in Genf – das garantiert ihnen die volle Immunität vor Strafverfolgung in der Schweiz, schützt ihr Gepäck vor Kontrollen des Zolles und befreit sie vor jeglichen Steuerpflichten.

Reisepässe verkauft?

Die Karibikstaaten Grenada und St. Lucia stehen im Verdacht, Reisepässe zu verkaufen. Cohen sagt, er habe für seinen Diplomatenpass und den Posten in Genf nichts bezahlt, aber er räumt ein, Investitionen auf der Insel getätigt zu haben.

Chagoury ist im Jahr 2000 in Genf wegen Geldwäscherei verurteilt worden, trotzdem haben Uno und das Aussendepartement EDA seine Akkreditierung in Genf akzeptiert. Chagourys Anwalt wollte sich nicht äussern.

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