01.03.2020 07:11

Restaurant Kle (Zürich)

Direkt vom Computer in die vegane Küche

Zineb Hattab gab einst ihren Job als Software-Ingenieurin auf und wechselte als Praktikantin in die Küche. Heute begeistert sie mit dem veganen Restaurant Kle ganz Zürich.

von
lme
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Zineb Hattab (30) ist in Barcelona geboren und ist eigentlich Software-Ingenieurin. Jetzt hat sie im Zürcher Kreis 3 ihr erstes eigenes Restaurant eröffnet. Warum der radikale Wechsel? «Weil ich mir nicht vorstellen konnte, weitere 40 Jahre am Computer zu sitzen», erklärte sie 20 Minuten.

Zineb Hattab (30) ist in Barcelona geboren und ist eigentlich Software-Ingenieurin. Jetzt hat sie im Zürcher Kreis 3 ihr erstes eigenes Restaurant eröffnet. Warum der radikale Wechsel? «Weil ich mir nicht vorstellen konnte, weitere 40 Jahre am Computer zu sitzen», erklärte sie 20 Minuten.

Instagram / Restaurant Kle
Zusammen mit ihrem Souschef und guten Freund Alessandro Scaccia und mit Gastgeber Bernd Vogel führt sie seit Januar 2020 das Kle – ein veganes Restaurant.

Zusammen mit ihrem Souschef und guten Freund Alessandro Scaccia und mit Gastgeber Bernd Vogel führt sie seit Januar 2020 das Kle – ein veganes Restaurant.

Instagram / Restaurant Kle
Die Beizentische und Stühle der Möbelfabrik Horgenglarus erinnern daran, dass das Lokal schon immer eine Quartierbeiz war. Und es auch weiterhin bleiben soll.

Die Beizentische und Stühle der Möbelfabrik Horgenglarus erinnern daran, dass das Lokal schon immer eine Quartierbeiz war. Und es auch weiterhin bleiben soll.

Instagram / Restaurant Kle

Warum kündigt eine junge Frau ihre sichere, gut bezahlte Stellung und beginnt ausgerechnet in der Gastronomie noch einmal von vorn? Diese Frage bekommt Zineb Hattab immer wieder gestellt. Ihre Erklärung: «Weil ich mir nicht vorstellen konnte, weitere 40 Jahre am Computer zu sitzen. Und weil ich schon als Studentin meine Leidenschaft fürs Kochen entdeckt habe.»

Die heute 30-Jährige bewarb sich also Ende 2013 für ein Praktikum bei Andreas Caminada auf Schloss Schauenstein – und durfte dieses ein paar Monate später antreten. «Ich wusste kaum etwas von Andreas, nur dass er drei Sterne hat und sein Restaurant nicht weit von meinem damaligen Wohnsitz in Liechtenstein entfernt liegt», erinnert sie sich. «Umso dankbarer bin ich, dass er mir eine Chance gab. Wie geduldig alle mit mir waren, ist unglaublich.» Und was war der grösste Unterschied zur vorherigen Tätigkeit? «Die Passion der ganzen Equipe! Diesen fordernden Beruf muss man aber auch lieben, sonst zieht man das nicht durch.»

Gerichte, inspiriert von Ideen oder Gemälden

Auf das Praktikum bei Caminada folgte eines in der Osteria Francescana in Modena. «Massimo Bottura hat mir beigebracht, dass ein Gericht auch von einer blossen Idee oder einem Gemälde inspiriert sein kann. Und wie Andreas ist er ein Beispiel für einen familiären Umgang mit den Angestellten», sagt Zineb Hattab über den berühmtesten Koch Italiens.

Nach einem weiteren Engagement auf Schloss Schauenstein und drei Jahren in New York kehrte sie letztes Jahr in die Schweiz zurück, um den Traum vom eigenen Restaurant zu verwirklichen. Dass es ein veganes Lokal geworden ist, liege auch an ihren eigenen Essgewohnheiten: «Ich ernähre mich seit ein paar Monaten ohne tierische Produkte. Das Restaurantangebot in Zürich in diesem Bereich schien mir noch ausbaufähig, also passte ich meine Pläne an.»

«Der Verzicht auf Eier und Milchprodukte ist anspruchsvoll»

Neue Gerichte entwickelt Zineb Hattab zusammen mit ihrem Souschef und guten Freund Alessandro Scaccia. «Wir tauschen uns sehr intensiv aus. Mal bringt er Polenta aus Italien mit, mal komme ich mit Safran aus Marokko an – und dann beginnt das Tüfteln in der Küche», sagt die Kle-Chefin. Anspruchsvoll sei vor allem der Verzicht auf Eier und Milchprodukte. «Aber mit Geduld und Teamgeist findet man immer eine Lösung.»

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