Fischforschung: Direktbefruchtung war früher
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FischforschungDirektbefruchtung war früher

Während die uns bekannten männlichen Fische die von den Weibchen gelegten Eier besamen, befruchteten fischähnliche Plattenhäuter ihre Weibchen beim direkten Sex.

Offenbar war die direkte Art der Befruchtung unter den frühsten Kiefermäulern, die vor rund 380 Millionen Jahren lebten, weiter verbreitet als gedacht. John Long vom Museum Victoria in Melbourne und seine Kollegen veröffentlichen ihre Ergebnisse im Fachmagazin «Nature».

In der westaustralischen Gogo-Formation hatten Wissenschaftler bereits vor knapp 30 Jahren schwangere Plattenhäuter gefunden. Bisher hielt man die fossilen Embryos jedoch für Mageninhalt. Neue Funde sind jedoch eindeutiger: Im fossilen Mutterleib der Spezies Incisoscutum ritchiei sind zweifellos Embryos erkennbar, sagen die Forscher. Sie Forscher halten dies für den ältesten Hinweis auf Befruchtung im Mutterleib und Lebendgeburt in der Plattenhäuter-Ordnung der Arthodira.

Anhand der neuen Entdeckungen konnten die Wissenschaftler nicht nur vormalige Embryofunde als solche identifizieren, sondern auch neue Annahmen über den Körperbau der Arthodira machen: Bei Flossen im Beckenbereich handelt es sich möglicherweise um sogenannte Klaspern - Fortpflanzungsorgane, wie sie bei Haien oder Rochen vorkommen. Unklar ist, warum sich solche Flossen auch bei Arten finden, die bekanntermassen nicht lebend gebären. Trotz dieser Ungereimtheit sind die neuen Daten ein wichtiger Hinweis für die Rekonstruktion des Stammbaums der frühen Wirbeltiere, erklären die Forscher.

wissenschaft.de, Martin Rötzschke / lue

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