Aktualisiert 12.02.2015 20:56

Toter Austauschschüler

Direns Todesschütze muss 70 Jahre in Haft

Markus K. kommt wegen vorsätzlicher Tötung des Austauschschülers Diren D. lange Zeit hinter Gitter. Die Forderung nach einem neuen Verfahren lehnte das Gericht ab.

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Diren D. (17) war ein talentierter Fussballspieler.

Diren D. (17) war ein talentierter Fussballspieler.

Keystone/tom Bauer
Kerzen und Blumen für den getöteten Jugendlichen in Hamburg am 2. Mai 2014.

Kerzen und Blumen für den getöteten Jugendlichen in Hamburg am 2. Mai 2014.

Keystone/Bodo Marks
Freunde und Verwandte von Diren D. nehmen an einem Trauermarsch in Hamburg teil.

Freunde und Verwandte von Diren D. nehmen an einem Trauermarsch in Hamburg teil.

Keystone/Bodo Marks

Vier Mal schoss Markus K. in Montana auf den deutschen Schüler Diren, der in seine Garage eindrang. Der 17-jährige starb. Nun soll der 30-jährige Todesschütze bis ans Ende seiner Tage in Haft.

Für die tödlichen Schüsse auf den deutschen Austauschschüler Diren D. ist ein Hausbesitzer im US-Staat Montana zu 70 Jahren Haft verurteilt worden. Das Strafmass setzte das zuständige Gericht am Donnerstag in Missoula fest. Eine Begnadigung liess es frühestens nach 20 Jahren Haft zu. Damit ging das Gericht deutlich über die Mindeststrafe von zehn Jahren hinaus.

Vater spricht von Gerechtigkeit

Der Todesschütze Markus K. war bereits im Dezember der vorsätzlichen Tötung des 17-jährigen Hamburgers schuldig gesprochen worden. Der Hausbesitzer hatte den unbewaffneten Jugendlichen im April 2014 erschossen, nachdem Diren unbefugt in K.'s Garage eingedrungen war. Die Verteidigung argumentiert, K. habe sein Eigentum verteidigt. Sie kündigte Berufung an.

Direns Vater Celal D. begrüsste das Urteil und sprach von Gerechtigkeit. Doch fügte er hinzu: «Ich bin nicht froh. Mein Sohn ist tot.» Diren war Austauschschüler an der Missoula Big Sky High School gewesen und hätte nach Ende des Schuljahrs nur wenige Wochen später nach Deutschland zurückkehren sollen.

Falle gestellt

Der Fall hatte in Deutschland einen Aufschrei ausgelöst und die Aufmerksamkeit auf ein Gesetz in Montana gelenkt, nachdem Bürger zum Schutz von Haus und Familie auch tödliche Gewalt einsetzen dürfen.

Die Besonderheit an diesem Fall: K. hatte nach einem vorangegangenen Einbruch Dieben eine Falle gestellt, indem er die Garagentür offen liess und eine Geldbörse platzierte. Er war also offenbar vorbereitet, bevor er vier Mal auf den Teenager schoss. Drei Zeugen sagten aus, sie hätten gehört, wie K. angekündigt habe, dass er nachts aufbleibe, um einen etwaigen Eindringling zu erschiessen.

Neuer Prozess abgelehnt

Seine Anwälte argumentierten hingegen, ihr Mandant habe um sein Leben gefürchtet und nicht gewusst, ob der Eindringling bewaffnet war. Zudem sei er wegen des vorigen Einbruchs nervös gewesen.

Das Gericht hatte K.'s Antrag auf einen neuen Prozess abgelehnt. Richter Ed McLean liess den Einwand nicht gelten, dass der 30-Jährige wegen einseitiger Berichterstattung über den Fall keinen fairen Prozess erhalten habe.

(sda)

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