Aktualisiert 02.10.2012 08:54

Rätseln um Todesursache

«Dirk ging es gut, er hatte sogar abgespeckt»

Der Radiosprecher und Ex-Mitbewohner des Dschungelcamp-Moderators, Jürgen Domian, sagt, dass Dirk Bach erst kürzlich ärztlich durchgecheckt wurde. Ausserdem habe der Entertainer abgenommen.

Der plötzliche Tod von Entertainer Dirk Bach versetzt Prominente und Fans in Schock. Radiomoderator Jürgen Domian verabschiedete sich in der Nacht zu Dienstag in seiner Sendung im WDR-Radiosender Einslive mit emotionalen Worten von seinem langjährigen Freund. «Wir sind alle völlig ratlos, weil wir uns darauf keinen Reim machen können. Dirk ging es gut, Dirk hatte einen Urlaub hinter sich, er hatte sogar ein bisschen abgespeckt», sagte Domian live in der Sendung und kämpfte gegen die Tränen. Der 51 Jahre alte Bach war am Montagnachmittag von Kollegen leblos in Berlin aufgefunden worden.

Auch Domian rätselte über die Ursache des unerwarteten Tods von Bach: «Er hatte sich gut erholt und wurde ärztlich noch einmal durchgecheckt. Wir wissen nicht, was passiert ist und wir können uns das nicht erklären.» Bach lag nach Angaben der Polizei tot in einem Appartementhaus in Berlin-Lichterfelde. Weil er nicht zu einem vereinbarten Termin auftauchte, hatten sich Mitarbeiter des Schlosspark-Theaters auf die Suche gemacht. In dem Theater sollte Bach in wenigen Tagen als «Kleiner König Dezember» auf der Bühne stehen.

Kollegen zeigen sich tief betroffen

Die Nachricht vom Tod des 51-Jährigen habe alle «total überrascht», sagte Schlosspark-Theater-Sprecher Harald Lachnit der Nachrichtenagentur dapd. Für Samstag (6. Oktober) war die Premiere des Stücks «Der kleine König Dezember» geplant. Am Donnerstag sollte er bei einer Voraufführung auf der Bühne stehen. «Wir haben Dirk Bach als lebenslustigen und sehr liebenswerten Kollegen kennengelernt, umso mehr schmerzt der Verlust», hiess es in einer Mitteilung des Theaters, dessen Intendant der Komiker Dieter Hallervorden ist.

Domian würdigte seinen Freund Bach, den er nach eigenen Angaben rund 30 Jahre lang begleitete. Er habe bewundert, mit welchem Ehrgeiz und Elan sich Bach in seinen Beruf hineingearbeitet habe – trotz mehrerer Absagen von Schauspielschulen wegen angeblich nicht vorhandenem Talent. «Und dann hat er einmal zu mir gesagt: ‹Das ist mir alles völlig egal, ich will auf die Bühne, ich will spielen!›» Dann habe sich Bach durchgekämpft, bis er nach Jahren lokaler Berühmtheit in Köln seinen bundesweiten Durchbruch schaffte. An die Hinterbliebenen Bachs fügte der Moderator an: «Mein tiefes Mitleid möchte ich der Familie aussprechen. Mein tiefes Mitleid möchte ich seinem Ehemann aussprechen.»

Auch weitere Kollegen äusserten sich bestürzt über den Tod des Entertainers. «Wir sind schockiert, bestürzt und fassungslos. Wir trauern und sind in Gedanken bei denen, die er hinterlässt», sagte der RTL-Bereichsleiter Comedy, Markus Küttner, der mit Bach jahrelang beim «Dschungelcamp» zusammengearbeitet hat.

Auch beim Kurznachrichtendienst Twitter machte die Nachricht vom Tod des 51-Jährigen schnell die Runde. Comedian Oliver Pocher schrieb: «Dirk Bach ist tot! Mein herzliches Beileid ...» und fügte hinzu: «Dirk, Du warst das Dschungelcamp! Selbst als Parodie hast Du Spass gemacht.» Auch Moderator Frank Elstner kondolierte: «So nah liegen Spass und Tragik beieinander. Gerade noch über Fallschirmsprung gefreut - jetzt Nachricht über Tod von Dirk Bach. Furchtbar!»

Theaterschauspieler und TV-Ikone

Das 1961 in Köln geborene Multitalent mit dem markanten Doppelkinn und der rundlichen Figur hatte seine Karriere am Theater begonnen. In der schrägen Volkstheater-Travestie «Geierwally» stand er seit 1984 mehr als 300 Mal auf der Bühne. Sein Improvisationstalent entwickelte Bach in den folgenden Jahren beim Tingeln durch die Freie- und Off-Theaterszene. Nach etlichen kleineren Fernsehrollen wurde Bach 1992 mit der «Dirk Bach Show» auf RTL bundesweit bekannt.

Der endgültige Aufstieg zur TV-Ikone gelang ihm mit der RTL-Show «Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!». Seit 2004 lästerte er sich an der Seite von Moderatorin Sonja Zietlow durch das «Dschungelcamp».

(dapd)

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