«Discovery»-Liftoff: Teil von Tank abgebrochen
Aktualisiert

«Discovery»-Liftoff: Teil von Tank abgebrochen

Das Space Shuttle «Discovery» ist heute pünktlich ins All gestartet. Für Unruhe sorgten indes Kamera-Bilder, die zeigten, dass ein Teil vom Aussentank sich gelöst hatte.

Zweieinhalb Jahre nach der «Columbia»-Katastrophe mit sieben Toten hat die US-Weltraumbehörde NASA am Dienstag wieder ein bemanntes Shuttle ins All gestartet. Unter dem Beifall hunderter Gäste hob die «Discovery» pünktlich um 10.39 Uhr (Ortszeit, 16.39 Uhr MESZ) vom US-Weltraumbahnhof Cape Canaveral ab. Für Unruhe sorgten unmittelbar danach Kamera-Aufzeichnungen, auf denen zu sehen war, wie sich ein grösseres Teil vom Aussentank und mindestens zwei weitere helle Teile von der Raumfähre lösten.

Das grössere Stück traf das Shuttle offenbar nicht, und bei den beiden anderen Teilen handelte es sich laut NASA möglicherweise um Papierabdeckungen, mit denen vor dem Start die Schubdüsen des Shuttles abgedeckt waren. Bei der «Columbia» hatte ein herabfallendes Teil den Hitzeschild beschädigt, so dass die Raumfähre beim Wiedereintritt in die Atmosphäre auseinanderbrach.

Mehr als 100 Überwachungskameras und zwei Begleitflugzeuge dokumentierten am Dienstag, wie die «Disvovery» mit den sieben Besatzungsmitgliedern an Bord abhob. Nach rund zwei Stunden funkte die leitende Astronautin Eileen Collins zur Erde und dankte für «die hervorragende Arbeit der vergangenen zweieinhalb Jahre, um uns wieder fliegen zu lassen».

Der Start wurde von rund 2.500 geladenen Gästen der NASA verfolgt, darunter First Lady Laura Bush und Angehörige der 14 Astronauten, die bei den Katastrophen der «Columbia» und der «Challenger» 1986 ums Leben kamen. US-Präsident George W. Bush gratulierte der NASA zu dem erfolgreichen Start und wünschte der Besatzung eine «sichere und erfolgreiche Mission». Der Flug sei ein wichtiger Schritt zu dem Ziel, bei der Erforschung des Weltraums international an der Spitze zu bleiben, hiess es in einer in Washington veröffentlichten Erklärung.

NASA-Administrator Michael Griffin erklärte, mit der «Discovery» hätten die Hoffnungen für die Zukunft des US-Weltraumprogramms wieder Aufschwung bekommen. Auch von der europäischen Raumfahrtbehörde ESA kamen Glückwünsche. Russland zeigte sich erleichtert: Seit die NASA vor zweieinhalb Jahren ihre Flüge zur internationalen Raumstation ISS einstellte, waren russische Raumfähren die einzige Möglichkeit, Nachschub und Besatzung dorthin zu bringen.

Die Besatzung der «Discovery» soll insgesamt zwölf Tage im All bleiben. Am Donnerstag sollen die sieben Astronauten die ISS erreichen und dort unter anderem Reparaturen vornehmen.

Nach dem Absturz der «Columbia» hat die NASA fast 50 neue Sicherheitsvorkehrungen für das neue Shuttle getroffen. Von zahlreichen Sicherheitsregeln, die bereits nach der «Challenger»-Katastrophe aufgestellt wurden, wich die die Raumfahrtbehörde vor dem Start jedoch ab. Griffin nannte die Entscheidung ein «hinnehmbares Risiko», das gering sei. Anders als die «Columbia» hat die «Discovery» eine Reparaturausrüstung an Bord, die allerdings noch nie getestet wurde.

Die «Columbia» war am 1. Februar 2003 beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre auseinander gebrochen. Dabei kamen alle sieben Astronauten an Bord ums Leben. Die «Challenger» explodierte am 28. Januar 1986 bereits beim Start. (dapd)

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