Gewichtige Nebenwirkungen: Diskriminierung macht Dicke noch dicker
Aktualisiert

Gewichtige NebenwirkungenDiskriminierung macht Dicke noch dicker

Wer wegen seines Übergewichts öfters blöde Sprüche kassiert, leidet nicht nur psychisch. Die fiesen Kommentare setzen sich auch am Körper fest.

von
fee

Beleidigungen sind schlimm - keine Frage. Doch wenn sie sich ums Thema Gewicht drehen, dann kränken sie nicht nur, sie verschlimmern auch die körperliche Situation des Diskriminierten. Das berichten Forscher vom University College in London im Fachjournal «Plos One».

Während vier Jahren hatte das Team um Sarah E. Jackson an 2944 Erwachsenen die Auswirkungen von täglicher gewichtsbedingter Diskriminierung untersucht. Dazu zählten unter anderem respektloser Umgang, kleinere Sticheleien und ausgewachsene Schikanen.

Eindeutiges Ergebnis

Dabei zeigte sich, dass die Betroffenen auch körperlich auf die verbalen Angriffe reagierten: So legten diejenigen, die regelmässig angegangen wurden, im Untersuchungszeitraum durchschnittlich 0,95 Kilogramm zu. Diejenigen, die unbehelligt blieben, nahmen hingegen im Durchschnitt 0,71 Kilogramm ab.

«Die Diskriminierung von dicken Menschen ist durch nichts zu rechtfertigen», zitiert die Hochschule Jackson in einer Mitteilung. Die Ergebnisse zeigten eindeutig, dass Kommentare zum Gewicht den Betroffenen nicht helfen abzunehmen, sondern das Gegenteil bewirkten.

Die Folgen des Spotts

Schon frühere Studien hätten gezeigt, dass Betroffene dazu neigen, aus Frust zu essen, vorzugsweise besonders fettige, ungesunde Speisen. Zudem kann das Selbstwertgefühl darunter leiden, sodass Übergewichtige sportliche Aktivitäten aus Scham meiden.

Dass negative Kommentare zum Gewicht auch langfristig wirken, haben Forscher der University of California erst kürzlich herausgefunden. Demnach haben Mädchen, die in jungen Jahren wegen ihres Gewichts verspottet werden, später tatsächlich häufig mit Übergewicht zu kämpfen haben - und zwar selbst dann, wenn sie früher schlank waren.

Deine Meinung