Aktualisiert 03.11.2009 21:57

Salle ModulableDiskussion über neues Musiktheater

Der Luzerner Stadtrat gewichtet die positiven Aspekte der so genannten Salle Modulable höher als die Risiken. Mit der am Dienstag publizierten Standortbestimmung zu einem neuen Haus für das zeitgenössische Musiktheater stösst er die öffentliche Diskussion an.

Die Idee der Salle Modulable kommt vom Lucerne Festival. Es geht dabei um ein modular gestaltetes, flexibles Gebäude für das zeitgenössische Musiktheater auf höchstem technischem Standard. Private Geldgeber haben bis jetzt rund 100 Mio. Franken für den Bau zugesichert.

Die Lancierung der Idee hat weitere Interessenten auf den Plan gerufen. So möchte das Luzerner Theater (LT) das neue Gebäude nutzen. Auch das Luzerner Sinfonieorchester (LSO) ist interessiert. Und die Abteilung Musik der Hochschule Luzern will ihre Standorte in einem neuen Gebäude neben der Salle Modulable zusammenlegen.

Das «100-Millionen-Franken-Geschenk» des Lucerne Festival bringt der Stadt allerdings auch Risiken. So geht es darum, einen optimalen Standort zu finden. Sodann ist die Frage der hohen Betriebskosten der Salle Modulable zu lösen. Und nicht zuletzt geht es auch um die Akzeptanz des Projektes in der nicht involvierten Kulturszene.

Ein Haus für Festival und Theater

Eine Abwägung der Chancen und Risiken ergibt laut Stadtrat ein ausgeglichenes Bild. Dabei gewichtet er die positiven Aspekte höher. Die internationale Positionierung als «Musikstadt» würde zweifellos gestärkt. Und bei einem vorsichtigen Vorgehen liessen sich die Schwächen und Risiken des Projektes meistern.

Von den drei heute zur Diskussion stehenden Standorten (Lido, Tribschen, Inseli) sind für den Stadtrat alle vorstellbar. Beim landschaftlich exponierten Standort Tribschen hat er allerdings Vorbehalte bezüglich der Akzeptanz.

Favorisiert wird vom Stadtrat ein Konzept mit zwei Hauptnutzern: Lucerne Festival und Luzerner Theater. Für letzteres wäre das eine gewaltige Umstellung. Geht es nach den Vorstellung des Stadtrates, müsste das LT seinen ganzen Betrieb in die Salle Modulable verlegen und sich auf das Musiktheater fokussieren.

Kein Schauspiel mehr am Luzerner Theater

Das heisst auf der andern Seite: Abschied vom Sprechtheater am LT. Diese Sparte müsste gewissermassen mit einem neuen Leistungsauftrag an die freie Theaterszene ausgelagert werden. Was dann mit dem alten Theatergebäude an der Reuss im Stadtrzentrum passiert, ist noch offen.

Das gesamte Investitionsvolumen für das Projekt wird auf über 150 Mio. Franken geschätzt. Mindestens die Investitionen sollen nach Ansicht des Stadtrates voll von privater Seite getragen werden.

Die Betriebskosten belaufen sich aufgrund einer Studie auf 37 bis 42 Mio. Franken jährlich. Klar ist für Stadt und Kanton Luzern, dass es nicht mehr Geld für die Kultur gibt. Trotzdem glaubt der Stadtrat, dass ein Betriebskonzept auf der Basis (der heute) vorhanden Mittel möglich ist. (sda)

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