Wegen gestiegener Energiepreise – Diverse Wirtschaftsmächte zapfen ihre strategischen Ölreserven an
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Wegen gestiegener EnergiepreiseDiverse Wirtschaftsmächte zapfen ihre strategischen Ölreserven an

In Absprache mit mehreren anderen Ländern möchten die Wirtschaftsmächte Japan, USA und Grossbritannien einige Millionen Barrel Öl freigeben.

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Weltweit steigen die Erdölpreise an. Nun haben einige Länder wie …

Weltweit steigen die Erdölpreise an. Nun haben einige Länder wie …

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… die USA reagiert. Auf Joe Bidens Anordnung soll nun die sogenannte Strategic Petroleum Reserve angezapft werden. 

… die USA reagiert. Auf Joe Bidens Anordnung soll nun die sogenannte Strategic Petroleum Reserve angezapft werden.

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Freigeben möchten die USA 50 Millionen Barrel Öl. 

Freigeben möchten die USA 50 Millionen Barrel Öl.

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Darum gehts

  • Diverse Länder geben Ölreserven frei, um die Preise zu drücken.

  • Neben den Grossmächten USA, Japan und Grossbritannien machen auch Indien und Südkorea bei der Aktion mit.

  • Auf Anordnung Bidens soll nun die sogenannte Strategic Petroleum Reserve angezapft werden.

Japan will im Zuge einer abgestimmten Aktion mit den USA und anderen Ländern einige Millionen Barrel Öl aus seinen strategischen Reserven freigeben. Über den Zeitpunkt gebe es noch keine Entscheidung, wurde Industrieminister Koichi Hagiuda am Mittwoch von der Nachrichtenagentur Kyodo zitiert.

Die Stabilität der Ölpreise sei für die wirtschaftliche Erholung wichtig, sagte Hagiuda. Um nicht gegen Japans Gesetz zur Öl-Vorratshaltung zu verstossen, plant die Regierung laut Kyodo, so viel überschüssiges Öl aus den Reserven freizugeben, dass das Ziel nicht gefährdet wird, ausreichend Öl für den Verbrauch an 160 Tagen zu lagern.

Ölreserven freigeben, um Preise zu drücken

Angesichts der gestiegenen Energiepreise hatte US-Präsident Joe Biden am Dienstag die Freigabe von 50 Millionen Barrel Öl angekündigt. Nach Angaben seiner Regierung handelt es sich um eine konzertierte Aktion mit Ländern wie China, Indien, Japan, Südkorea und Grossbritannien. Seit Wochen wurde spekuliert, dass die USA einen Teil ihrer strategischen Ölreserven auf den Markt werfen, um die Preise zu drücken.

Auf Anordnung Bidens soll nun die sogenannte Strategic Petroleum Reserve angezapft werden, ein Vorratslager für Notfälle, das den Zugang zu Öl bei Naturkatastrophen, der Gefährdung der nationalen Sicherheit und anderen Ereignissen sichern soll. Verwaltet wird die strategische Reserve vom US-Energieministerium, das das Öl in Grotten lagert, die in Salzstöcken entlang der Küsten von Texas und Louisiana geschaffen wurden. Die Reserve umfasst etwa 605 Millionen Barrel Rohöl.

Auch Grossbritannien zieht mit

Auch Grossbritannien erlaubt Unternehmen, freiwillig einige ihrer Ölreserven freizugeben. «Dies ist ein vernünftiger und angemessener Schritt, um die globalen Märkte nach der Pandemie zu unterstützen», teilte die Regierung auf Anfrage mit.

Falls alle Unternehmen ihre Möglichkeiten ausschöpften, ergäbe das 1,5 Millionen Barrel Öl. «Dies hat keine Auswirkungen auf die britischen Ölreserven, die deutlich über den von der Internationalen Energieagentur geforderten 90 Tagen liegen», betonte die Regierung.

Ungewiss ist, wie der Ölverbund Opec+ auf den Schritt der Verbrauchsländer reagiert. Die 23 Förderländer weiten ihre Produktion seit Sommer aus, allerdings nur schrittweise und in moderatem Tempo. Als Reaktion auf die Notfreigabe könnten die Produktionsländer ihre Förderung noch vorsichtiger erhöhen als bisher, meint etwa Rohstoffexperte Carsten Fritsch von der Commerzbank.

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(dpa/fos)

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