Novak Djokovic bangt um die Einreise – er wird von der Polizei bewacht
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Diplomatischer Protest«Sie halten meinen Sohn gefangen» – Djokovic bangt um die Einreise

Tennis-Superstar Novak Djokovic steckt derzeit am Flughafen in Melbourne fest. Das Gerangel um die Einreise des Serben nimmt immer abstrusere Züge an.

von
Nils Hänggi
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Der serbische Tennis-Superstar kann derzeit nicht in Australien einreisen. (Archivbild)

Der serbische Tennis-Superstar kann derzeit nicht in Australien einreisen. (Archivbild)

imago/Imaginechina
Die Dokumente, die Djokovic vorlegte, sahen Medien zufolge medizinische Ausnahmen für Ungeimpfte gar nicht vor. (Archivbild) 

Die Dokumente, die Djokovic vorlegte, sahen Medien zufolge medizinische Ausnahmen für Ungeimpfte gar nicht vor. (Archivbild)

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Dieses Bild nahm der serbische Superstar vor seiner Abreise auf. 

Dieses Bild nahm der serbische Superstar vor seiner Abreise auf.

Twitter

Darum gehts

  • Novak Djokovic hat eigentlich eine Sonderbewilligung für das Australian Open.

  • Mit der Einreise hat er aber Probleme.

  • Derweil lachen viele Twitter-Userinnen und -User über ihn.

Kurz nach der Landung in Melbourne nahm die Farce um Tennis-Superstar Novak Djokovic die nächste Wendung. Trotz seiner umstrittenen medizinischen Ausnahmegenehmigung für den Start beim Australian Open verweigerten die Grenzschützer dem wohl ungeimpften Serben zunächst die Einreise, weil sein Visum offenkundig ungültig war. Die Dokumente, die Djokovic vorlegte, sahen Medien zufolge medizinische Ausnahmen für Ungeimpfte gar nicht vor. Die daher kontaktierten Behörden des australischen Bundesstaats Victoria verweigerten die Unterstützung für den Weltranglisten-Ersten.

Sportministerin Jaala Pulford bestätigt am späten Abend, dass der Visumsantrag nicht unterstützt werde. Auf Twitter schrieb sie: «Die Regierung hat uns gefragt, ob wir den Visa-Antrag von Novak Djokovic unterstützen. Wir werden Novak Djokovic mit seinem individuellen Visa-Antrag, um beim Australian Open teilzunehmen, nicht unterstützen.» Sie stellt klar: «Zwei Punkte haben wir stets klar kommuniziert: Visa-Genehmigungen sind immer eine Sache der Regierung. Und medizinische Ausnahmen eine Sache der Ärzte.»

Djokovic sitzt in einem Hotelzimmer

Das Ding jedoch: In Australien kann sich die Grenzpolizei über Entscheidungen des Bundesstaats Victoria hinwegsetzen. Heisst: Djokovic darf vielleicht doch noch einreisen und am Australian Open antreten. Derzeit wird der 34-Jährige jedenfalls von den australischen Grenzbehörden befragt. Djokovic muss den Behörden beweisen, dass er trotz fehlender Impfung in Melbourne einreisen darf.

Der australische Journalist Paul Sakkal schreibt auf Twitter, dass Djokovic eine Covid-Infektion in den letzten sechs Monaten als Beweis vorlege. Offiziell bekannt ist eine solche nicht. Die Öffentlichkeit weiss nur, dass der Serbe im Juni 2020 Corona hatte. Nur der serbische «Telegraf» schien von einer Corona-Infizierung Djokovics in den letzten sechs Monaten zu wissen. Gut sechs Stunden nach Djokovics Landung twitterte Sakkal: Djokovic werde weiterhin von Beamten zu dessen Dokumenten befragt. Gemäss einer weiteren Quelle werde eine Chance auf eine erlaubte Einreise immer unwahrscheinlicher.

Der Vater des Tennis-Superstars, Srdjan Djokovic, verlor derweil laut dem australischen Nachrichtenkanal «Sunrise on 7» komplett die Nerven. Er liess sich wie folgt zitieren: «Sie halten meinen Sohn gefangen. Wenn er in einer halben Stunde nicht frei ist, bekämpfen wir sie auf der Strasse. Das ist nicht nur Novaks Kampf, das ist der Kampf für eine freiheitliche Welt.» Und noch abstruser: Laut der serbischen Boulevardzeitung «Blic» habe Serbien gar eine diplomatische Protestnote gegen Australien geäussert.

Australian Open im Homeoffice?

Der Spott und die Häme sind gross. «Wer auch immer Djokovic aus dem Australian Open wirft, wird in Australien nie mehr für ein Bier bezahlen müssen», meint ein Twitter-User beispielsweise. Andere machen Bildkollagen mit dem Tennis-Superstar, zeigen mit viel Witz, wie Djokovic am Flughafen in Melbourne wartet. Ein anderer User meint, dass der Serbe doch die Australian Open im Homeoffice spielen könnte.

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Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Safezone.ch, anonyme Onlineberatung bei Suchtfragen

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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