23.06.2015 18:24

Heiliges GrünDjokovic geht auf Rasen andere Wege

Nur fünf Spieler aus den Top 50 nehmen nächste Woche Wimbledon ohne einen ATP-Ernstkampf auf Rasen in Angriff. So auch Titelverteidiger Novak Djokovic.

von
pbt
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Novak Djokovic tritt in Wimbledon als Titelverteidiger an. 2014 hatte er vor dem Triumph kein einziges Rasenturnier bestritten.

Novak Djokovic tritt in Wimbledon als Titelverteidiger an. 2014 hatte er vor dem Triumph kein einziges Rasenturnier bestritten.

Sang tan
Dafür verspeist die Weltnummer 1 immer ein paar Halme des heiligen Rasens.

Dafür verspeist die Weltnummer 1 immer ein paar Halme des heiligen Rasens.

Pavel Golovkin
Dieses Ritual pflegt Djokovic mit seinem Team schon seit Jahren.

Dieses Ritual pflegt Djokovic mit seinem Team schon seit Jahren.

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Die Organisatoren der ATP-Rasenturniere vor Wimbledon haben in der Regel keine Probleme, ein Top-Feld hinzukriegen. Die Stars wollen sich unbedingt auf Gras für das Grand-Slam-Highlight einspielen. Nur Novak Djokovic schert sich nicht darum. Die Weltnummer 1 lässt die ATP-Vorbereitungsturniere für Wimbledon in s'Hertogenbosh, Stuttgart, Halle, Queen's oder Nottingham schon fast traditionsgemäss aus. Schon seit vier Jahren verzichtet er darauf.

Der Serbe beisst damit sprichwörtlich nur in Wimbledon ins Gras. Letztes Jahr hat Djokovic nach dem Finalsieg gegen Roger Federer tatsächlich ein paar Halme des heiligen Rasens verspeist. Das hat er auch 2011 nach dem Erfolg gegen Rafael Nadal schon getan oder wie ein Facebook-Eintrag zeigt auch 2012.

The Boodles

Neben Djokovic verzichten dieses Jahr nur noch vier Spieler aus den Top 50 der Weltrangliste auf ein ATP-Vorbereitungsturnier auf Rasen. Die Franzosen Jo-Wilfried Tsonga (ATP 12) und Julien Benneteau (ATP 50) tun dies verletzungsbedingt. Der Amerikaner Jack Sock (ATP 31) und der Italiener Fabio Fognini (ATP 28) nehmen am Boodles teil. Genau wie Djokovic. The Boodles ist ein fünftägiges Exhibitionsturnier, das diese Woche in Stoke Park, Buckinghamshire, von Dienstag bis Samstag stattfindet. Es zählt nicht zur ATP-Tour, wird von den Stars indes auch als Rasen-Vorbereitungsturnier für Wimbledon genutzt und geschätzt, weil drei Partien garantiert sind. Für die diesjährige, 14. Austragung sind neben Djokovic auch Rafael Nadal, Milos Raonic oder Kevin Anderson dabei.

Letztes Jahr hatte Djokovic jedoch sogar für The Boodles abgesagt. Auch Roger Federer ist schon ohne Gras-Vorbereitungsturnier in Wimbledon angetreten. Wobei die Stars natürlich immer auf Rasen trainieren, bevor sie an die Church Road kommen. So hat beispielsweise Djokovic bereits vergangene Woche mit seinem Bruder ein paar Bälle auf Rasen geschlagen, wie er auf Facebook mitteilt.

Rasen weniger schnell

Mit den angeglichenen Platzverhältnissen auf der Tour fällt den Profis der Umstieg von den Sand- auf die Rasenplätze nicht mehr so schwer wie früher. Auf Rasen sind die Bewegungsabläufe anders, Reflexe und Intuition sind besonders gefragt. Weil aber die Austragungsorte ihre grünen Unterlagen deutlich verlangsamt haben, gibt es nun auch auf Gras immer wieder Marathon-Ballwechsel. «Die Spieler sind alle starke Allrounder geworden, die ähnlich schnellen Beläge haben diesen Trend begünstigt», sagt Trainerguru Nick Bollettieri, «anspruchsvoll bleibt der Wechsel von Sand auf Rasen trotzdem».

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