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Werbung für kontroverse FigurDjokovic sorgt mal wieder für grossen Ärger

Ein Geschenk, das provoziert: Novak Djokovic erhält eine serbische Schnapsflasche und posiert für ein Foto. Nur: Die Marke ehrt einen umstrittenen Kriegsgeneral.

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Hat mal wieder Ärger am Hals: Novak Djokovic.

Hat mal wieder Ärger am Hals: Novak Djokovic.

Bilder: imago
Zuletzt stand der Serbe immer wieder in der Kritik. Beispielsweise wegen seinem Ausraster an den US Open, als er im Frust eine Linienrichterin abschoss und deshalb disqualifiziert wurde.

Zuletzt stand der Serbe immer wieder in der Kritik. Beispielsweise wegen seinem Ausraster an den US Open, als er im Frust eine Linienrichterin abschoss und deshalb disqualifiziert wurde.

Oder aufgrund seiner Adria Tour, an der unter anderem auch Alexander Zverev teilnahm. Diese fand mitten in der ersten Welle der Corona-Pandemie statt.

Oder aufgrund seiner Adria Tour, an der unter anderem auch Alexander Zverev teilnahm. Diese fand mitten in der ersten Welle der Corona-Pandemie statt.

Stolz lächelt er in die Kamera. Novak Djokovic scheint Freude zu haben an seinem Geschenk. Ein Hersteller von Rakija, einem typisch serbischen Schnaps, hatte dem Tennis-Star seine Spezialität überreicht, damit posiert nun Djokovic. Und sorgt somit in seinen Nachbarländern für grossen Ärger.

Denn auf dem Karton zu sehen ist Draža Mihailovic, Tschetnik-Führer im Zweiten Weltkrieg. Während Mihailovic vor allem bei serbischen Nationalisten als Held gilt, ist er insbesondere in Kroatien, Bosnien und Herzegowina und Albanien verhasst. Für sie ist er ein Kriegsverbrecher und Kollaborateur, der mit seinen ethnischen Säuberungen für Zehntausende Morde verantwortlich ist. Mihailovic wurde 1946 zum Tode verurteilt und hingerichtet, durch ein umstrittenes Urteil des höchsten Berufungsgerichts Serbiens rehabilitiert.

Eine politische Botschaft?

Dass Djokovic frisch-fröhlich mit einer derart kontroversen Figur posiert, wird nun stark kritisiert. Beispielsweise schreibt die bosnische Website Klix.ba: «Mit einem Foto zerstört er alles, was er sich über Jahre aufgebaut hat. Sein Ruf ist nun nachhaltig beschädigt.» Auch die ebenfalls bosnische «Faktor» ist empört: «Neben dem Foto des Mannes, der für den Tod von mehr als 50’000 Menschen verantwortlich ist, trägt die Rakija-Schachtel auch die Inschrift ‹hergestellt zu Ehren und Ruhm der Helden von Ravna Gora›.» Und die Onlinezeitung «Index» aus Kroatien reagiert verständnislos darauf, dass Djokovic mit dem Konterfei eines Menschen posiert, «der schwere Verbrechen gegen Kroaten und Muslime begangen hatte». Die Medien glauben, Djokovic wolle eine politische Botschaft in die Welt hinaus senden.

In Serbien generierte das Foto weniger Aufregung. Vielmehr sieht die Zeitung «Večernje novosti» den Versuch einer Schmutzkampagne: «Medien in Kroatien versuchen unseren Tennisspieler für das Posieren mit einem Rakija zu kritisieren.» Djokovic selber hat sich zu den Kontroversen nicht geäussert.

Zuletzt trat der Serbe von einem Fettnäpfchen ins nächste. An den US Open wurde er disqualifiziert, weil er eine Linienrichterin abgeschossen hatte, zuvor sorgte er mit seiner Adria-Tour mitten in der ersten Welle der Corona-Pandemie für viel Kopfschütteln.

(fas)

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