Burgerwehr: DNA-Dusche gegen Räuber
Aktualisiert

BurgerwehrDNA-Dusche gegen Räuber

Die McDonald's-Filiale am Coolsingel in der niederländischen Hafenstadt Rotterdam will Überfälle künftig mit einem DNA-Spray verhindern.

Das Sprühsystem, das der Betreiber der Filiale, Ben Franken, über der Tür des Lokals installieren liess, soll vor allem präventiv wirken und Kriminelle abschrecken: «Wenn dann doch Räuber kommen, hoffe ich, dass man sie schneller verhaften kann wegen der DNA, die sie auf sich tragen», sagte er am Sonntag der niederländischen Zeitung «De Telegraaf».

Sichtbar unter UV-Licht

Die künstliche Substanz weist eine ähnliche Struktur wie DNA auf und bleibt mindestens sechs Tage lang auf Haut und Kleidung nachweisbar. Unter speziellem UV-Licht wird die synthetische DNA sichtbar. Wie beim Original soll sie eine eindeutige Identifizierung ermöglichen; das heisst, dem Verdächtigen kann nachgewiesen werden, dass er sich in dem Geschäft aufhielt, in dem der Spray versprüht wurde. Das System soll nur bei einem Überfall eingesetzt werden; die DNA-Dusche wird vom Personal per Knopfdruck ausgelöst. Schilder im Lokal weisen potenzielle «Opfer» auf das neue System hin.

Franken sagt, er sei der erste Gastronomie-Unternehmer, der in den Niederlanden auf den DNA-Spray setze. In Rotterdam und Amsterdam habe man das System aber bereits seit Anfang Jahr in Ladengeschäften in der Innenstadt eingesetzt — und gute Erfahrungen damit gemacht, so Franken gegenüber dem «Telegraaf».

Markierte Wertgegenstände

Auch in Bremen soll offenbar solche synthetische DNA zur Verbrechensbekämpfung eingesetzt werden, wie die FAZ berichtete. Hier sollen Wertgegenstände mit dem unsichtbaren flüssigen Stoff gekennzeichnet werden. Im Fall eines Diebstahls könnten sie später dem Besitzer zugeordnet werden, teilte der Senat der Hansestadt bereits im Februar dieses Jahres mit. Dieben bleibe die künstliche DNA rund sechs Wochen an den Fingern oder an Kleidungsstücken haften. Die Bremer Behörden beriefen sich bei der Einführung des neuen Systems auf gute Erfahrungen in den Niederlanden und besonders in Grossbritannien, wo die synthetische Substanz bereits seit mehreren Jahren im Einsatz sei.

Die britische Polizei machte publik, welche Wohnbereiche mit der DNA markiert wurden. Darauf habe es dort praktisch keine Einbrüche mehr gegeben — dafür nahm die Zahl der Delikte in anderen Gebieten zu. Immerhin sei insgesamt eine Reduktion der Strraftaten um 80 Prozent eingetreten.

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