Aktualisiert 08.09.2009 15:50

3500 SpeicheltestsDNA-Jagd auf Serien-Vergewaltiger

Mit einem Massengentest will die Polizei in Dresden einen seit langem gesuchten Serien-Vergewaltiger aufspüren. Der Mann hat mindestens sieben Frauen angefallen.

Wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstag mitteilten, sollen bis zu 3500 junge Männer aus Dresden zum Speicheltest gebeten werden, nachdem die bisherigen umfangreichen Ermittlungen ohne Erfolg geblieben sind. Gesucht wird ein Mann, der zwischen 2003 und 2005 mindestens drei junge Frauen in Dresden überfallen und vergewaltigt und dies in vier weiteren Fällen versucht haben soll.

Oberstaatsanwalt Christian Avenarius sagte, der Täter sei bereits seit längerem nicht mehr in Erscheinung getreten, «wir halten ihn aber weiterhin für sehr gefährlich». Möglicherweise sei er für noch mehr Taten verantwortlich. Der Triebtäter ging nach den Angaben mit zunehmender Gewalt gegen seine Opfer vor. Dabei bedrohte er sie unter anderem mit einem Messer und einer abgebrochenen Flasche. Die jungen Frauen waren zwischen 15 und 22 Jahre alt.

Im Westen von Dresden

Bei dem Massengentest konzentriert sich die Polizei auf den Westen von Dresden, wo sich die meisten Taten ereigneten. Wie es hiess, sollen in einem ersten Schritt rund 1.500 Männer zum Speicheltest geladen werden, die aus dem Gebiet stammen und die vom Alter her ins Raster passen. Überprüft werden sollen auch junge Männer im gesamten Bundesgebiet, die dort früher wohnten oder zur Schule gingen.

Bei dem gesuchten Täter handelt es sich um einen zur Tatzeit zwischen 17 und 20 Jahre alten Mann mit schwarzen Haaren und sächsischem Dialekt. Auffallend sei ein starker Mund- und Körpergeruch, hiess es. Die Staatsanwaltschaft setzte für Hinweise, die zur Ergreifung führen, eine Belohnung von 5.000 Euro aus und veröffentlichte Phantombilder. Nach Polizeiangaben wurden bei den bisherigen Ermittlungen bereits mehrere hundert Männer überprüft, darunter auch einschlägig Vorbestrafte.

Bereits Mitte 2006 hatte die Polizei in Dresden einen Massengentest gestartet. Damals ging es um einen Täter, der zwei neun und elf Jahre alte Mädchen vergewaltigt hatte. An der grössten DNA-Reihenuntersuchung in der deutschen Kriminalgeschichte nahmen 14.200 Männer teil, nach den Plänen sollten in Dresden und Umgebung sogar mehr als 100.000 Männer um eine Speichelprobe gebeten werden. Mit Hilfe des Gentests wurde schliesslich ein Kraftfahrer aus Dresden als Täter überführt. (dapd)

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