Aktualisiert 12.12.2006 22:16

DNA-Spur führt zu Verhaftung im Mordfall Agnes Brügger

Vier Jahre nach dem Mord an einer 92-jährigen Luzernerin führte eine DNA-Spur zum mutmasslichen Täter. Er wurde in Deutschland verhaftet.

Die 92-jährige Schweizerin Agnes Brügger sei am Stock gegangen, immer freundlich gewesen und habe «weiss Gott niemandem etwas zu Leide getan», schildert ihr Nachbar André Bügler das Mordopfer. Am 23.Oktober 2002 klingelte es an der Haustür und ein «Vertretertyp» wollte zu Frau Brügger, erinnert sich eine Nachbarin, die dem Mann begegnet war. Zwei Stunden später wurde die betagte Frau tot mit einem Plastiksack über dem Kopf aufgefunden.

Vier Jahre nach der Tat wurde der mutmassliche Mörder, ein 57-jähriger Mann tschechisch-deutscher Abstammung, im bayrischen Piding gefasst – aufgrund einer DNA-Spur.

Der Mann, der wegen Unterschlagung aktenkundig war, streitet den Mord ab. Allerdings habe er zugegeben, er sei

zur fraglichen Zeit in Luzern gewesen, sagte Simon Kopp, Sprecher der Luzerner Strafuntersuchungsbehörden. Gemäss dem zuständigen Staatsanwalt Volker Ziegler im deutschen Traunstein hat der Haftrichter «den dringenden Tatverdacht bejaht» und U-Haft angeordnet.

Dem Verhafteten werden zudem zwei Taten in Basel zur Last gelegt: Dort waren im Oktober 2002 eine 90- und eine 85-jährige Frau überfallen und beraubt worden.

Sandra Ziegler

Noch zwei ungeklärte Morde

Die Verhaftung des mutmasslichen Mörders von Agnes Brügger ist für die Luzerner Strafuntersuchungsbehörden ein Erfolg. «Im Kanton Luzern sind jetzt nur noch zwei Morde ungeklärt», sagt Sprecher Simon Kopp; der Fall einer ermordeten Frau, deren Leiche im Januar 2001 in Kriens gefunden wurde, und der Fall Gertrud Krüsi, die im August 2005 an der Weystrasse ermordet wurde. Hier wird nach einer Täterin gefahndet.

(sam)

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