Zürich: DNA überführt Vergewaltiger zum zweiten Mal
Aktualisiert

ZürichDNA überführt Vergewaltiger zum zweiten Mal

Dank dem genetischen Fingerabdruck konnte die Staatsanwaltschaft einem Westafrikaner bereits eine zweite Vergewaltigung nachweisen. Nun erhielt der nicht geständige Täter eine hohe Freiheitsstrafe.

von
Attila Szenogrady

Der heute 34-jährige Angeklagte aus Gambia wurde erst im letzten Oktober vom Zürcher Obergericht wegen Vergewaltigung zu einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten verurteilt. Der Westafrikaner hatte im September 1999 im Zürcher Niederdorf eine heute 49-jährige Versicherungsberaterin in den frühen Morgenstunden in einem Hauseingang gegen deren Willen zum Geschlechtsverkehr gezwungen. Der Täter wurde erst fünf Jahre später von der Polizei wegen Drogendelikten erwischt und dank Sperma-Resten auf der Lederhose des Schweizer Opfers überführt.

Bereits das zweite Vergewaltigungsopfer

Vor einem Jahr kam heraus, dass der Angeklagte auch für eine zweite Vergewaltigung verantwortlich ist. Die Parallelen zum ersten Vorfall waren frappant. So hatte er im August 1999 eine zur Tatzeit 28-jährig Schweizerin im Niederdorf angefallen, gewürgt und brutal mehrfach vergewaltigt. Auch in den frühen Morgenstunden. Ebenso wie bei der anderen Frau konnte die Polizei Spermaspuren des Angreifers sichern.

Erneut Vorwürfe bestritten

Trotz der erdrückenden Beweislage wies der Angeklagte die Vorwürfe am Donnerstag vor Gericht zurück. Es sei zwar zu sexuellen Handlungen gekommen. Aber nur im gegenseitigen Einvernehmen, behauptete er. Anders sah es die Staatsanwältin, welche eine hohe Freiheitsstrafe von fünf Jahren verlangte. Beim jüngeren Opfer, das heute nicht mehr lebt, habe man auch Würgemale sichergestellt. Zwar sei die seelisch angeschlagene Geschädigte zur Tatzeit betrunken gewesen. Dennoch seien ihre belastenden Schilderungen sehr glaubhaft, sagte die Anklägerin und warf dem Angeschuldigten Sadismus und besondere Grausamkeit vor.

Sofortige Haftentlassung gefordert

Die Verteidigung verlangte mit einem vollen Freispruch die sofortige Haftentlassung ihres Mandanten. Eine DNA-Spur beweise noch lange keine Vergewaltigung, erklärte er. Die Verletzungen könnte sich die angetrunkene Geschädigte bei einem Sturz selbst zugezogen haben. Zudem seien ihre Aussagen gar nicht verwertbar. So sei sie noch vor einer Konfrontation mit dem Angeklagten verstorben.

Vier Jahre Haft

Das Gericht folgte in den meisten Punkten der Anklage und verurteilte den Angeschuldigten wegen des schweren Verschuldens zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren. Das Gericht stützte sich nicht nur auf die Schilderungen der Geschädigten, sondern auch auf die ärztlichen Berichte ab. So kriege man keine Würgemale, wenn man hinfalle, erklärte ein Richter. Die leichte Strafsenkung sei einzig darauf zurückzuführen, dass die Tat bereits weit zurückliege, befand das Gericht.

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