Schweinegrippe: Doch kein Kussverbot für die Soldaten?
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SchweinegrippeDoch kein Kussverbot für die Soldaten?

Alarmbereitschaft in der Schweizer Armee: Aufgrund der Schweinegrippe hat das Militär «organisatorische und hygienische Massnahmen zur Prävention einer Grippepandemie AH1N1» befohlen. 13 000 Militärangehörige sollen Körperkontakt vermeiden und Distanz zu Mitmenschen halten. Einige erhielten sogar ein Kussverbot - versehentlich, wie die Armee sagt.

Befehle stehen in der Armee an der Tagesordnung. Doch neuerdings gehören auch Anordnungen in Bezug auf die Schweinegrippe zum militärischen Alltag: «Für die Armeeangehörigen, welche in den Ausgang oder in Urlaub gehen, wurde ein Kussverbot herausgegeben», sagte ein Armeeangehöriger gegenüber der «Basler Zeitung».

Den Befehl erhielt der 30-Jährige vergangene Woche im Wiederholungskurs in der Kaserne Bern. Wer also beispielsweise übers Wochenende zur Liebsten fahre, solle auf jeglichen Körperkontakt verzichten und Distanz zu seinen Mitmenschen halten. Küssen sei dabei explizit erwähnt worden, so der Militär weiter.

Ziel: Grippepandemie verhindern

«Der Befehl gilt für den Militärdienst sowie den Urlaub», bestätigte Armeesprecher Christian Burri gegenüber der «Basler Zeitung» den Befehl. Ein Kussverbot sei damit aber nicht gemeint gewesen, konkretisierte Burri gegenüber dem «Blick»: «Selbstverständlich darf man zuhause den Partner küssen.» Der Befehl sei bereits Ende April als «organisatorische und hygienische Massnahme zur Prävention einer Grippepandemie AH1N1» erlassen worden. Er sei analog der Empfehlungen des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) zusammengestellt worden und beziehe sich vor allem auf den Kontakt mit Menschen, die zu Besuch seien aus dem südamerikanischem Raum oder von dort zurückgehrt seien. Der Befehl solle die Armeeangehörigen letztlich nur für die persönlichen Hygienemassnahmen wie Händewaschen sensibilisieren, so der Armeesprecher weiter. Dieses Details wurde in der Kaserne Bern offensichtlich vergessen.

Jegliches Risiko minimieren

Nichtsdesto trotz hat das Militär Präventionsmassnahmen gegen die Schweinegrippe ergriffen. Zu denen steht nebst der Sensibilisierung auch die Befragung der Armeeangehörigen beim Einrücken. Von Interesse sind dabei vor allem, ob sie aus Mexiko zurückgekehrt seien oder Kontakt zu Rückkehrern hatten.

Das Vorgehen betrifft laut Burri alle Armeeangehörigen, die derzeit Dienst leisten. Insgesamt seien dies momentan 13 000 Personen in Rekrutenschulen, Wiederholungskursen und anderen Militäreinsätzen. Für die Armee hat der Befehl trotz des riesigen Umfangs aber nichts mit Panikmache zu tun: In der Armee seien viele Leute auf engem Raum, da sei das Risiko einer Ansteckung und Verbreitung viel grösser. Deshalb unternehme man alles, um jegliches Risiko zu minimieren, so Burri. «Es geht uns um die Sensibilisierung.»

(amc)

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