Aktualisiert 10.02.2004 16:49

Doch keine Abzockerei bei SMS-Preisen?

Eine Studie aus Frankreich bringt es an den Tag: Die Schweiz ist bezüglich SMS entgegen Erwarten kein Hochpreisland. Nur Portugal, Norwegen und Dänemark sind billiger.

Die Kosten für die Kurznachrichten per Handy liegen hierzulande sogar klar unter dem Durchschnitt von 12 EU-Ländern, wie eine Erhebung der französischen Telekom-Regulierungsbehörde ART zeigt.

Der französischen Studie zufolge ist die Übermittlung einer Kurzmitteilung per Mobiltelefon in den Niederlanden am teuersten. Eine SMS kostete dort bei den meisten Anbietern 0,220 Euro (0,34 Franken). Zum europäischen Spitzentrio der Anbieter mit den höchsten Kosten pro Nachricht gehören Anbieter aus Grossbritannien (0,191 Euro) und Deutschland (0,190 Euro).

Im Mittelfeld liegen Anbieter aus Schweden mit einem Preis pro Nachricht von 0,164 Euro. Etwas weniger, nämlich 0,150 Euro pro SMS, zahlen die Konsumenten in Spanien, Belgien und Frankreich. Damit liegen diese Länder knapp über dem europäischen Durchschnittspreis, der im Bericht mit 0,145 Euro pro SMS angegeben wird.

Bei durchschnittlichen Preisen pro SMS von 20 Rappen (0,13 Euro) reiht sich die Schweiz, deren Zahlen in der Studie nicht erfasst sind, bei den günstigeren Anbietern ein. Netzbetreiber in Finnland und Italien verlangen gleichviel pro Nachricht.

Nur Portugal, Norwegen und Dänemark günstiger

Günstiger sind die maximal 160 Zeichen langen Nachrichten nur in Portugal (0,104 Euro), Norwegen (0,092 Euro) und Dänemark (0,034 bis 0,067 Euro). Die Studie basiert auf SMS-Preisen im September 2003, die jenseits von Pauschalangeboten bezahlt werden mussten.

Die Stiftung für Konsumentenschutz hatte letzte Woche eine Kampagne gegen die «zu hohen SMS-Preise» in der Schweiz gestartet und die Wettbewerbskommission (Weko) eingeschaltet.

Der Einstandspreis pro SMS betrage nur 0,03 Franken. Die drei Mobilfunkkonzerne hätten mit ihrer abgesprochenen Marge auf den Kurzmitteilungen einen Jahresgewinn von einer halben Milliarde Fr. erzielt. Swisscom, Orange und Sunrise wiesen die Vorwürfe zurück, denn sie müssten Investitionen in Milliardenhöhe ausgleichen.

(sda)

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