Doch keine «Mozzarella-Krise»

Aktualisiert

Doch keine «Mozzarella-Krise»

Die Europäische Union ist heute von ihrer Drohung eines EU-weiten Verbots von italienischem Mozzarella aus Kampanien abgerückt. Rom habe weitere Massnahmen angekündigt, um sicherzustellen, dass Dioxin-versuchter Mozzarella nicht in die Geschäfte gelangt.

Die italienischen Behörden unternähmen alle geforderten Schritte, um verseuchte Mozzarella-Produkte zurückzurufen, erklärte EU-Sprecherin Nina Papadoulaki. Deshalb bestehe derzeit kein Anlass für weitere Schritte.

In Rom betonten die Behörden am Donnerstag, alle Auflagen der EU seien erfüllt worden. Das Gesundheitsministerium liess inzwischen die Produktion in mehr als 80 Molkereien vorübergehend stoppen, weil in den Produkten von 25 Mozzarella-Herstellern leicht erhöhte Dioxin-Werte gemessen wurden. Italienische Medien hatten bereits in der vergangenen Woche berichtet, dass Dutzende Molkereien in der Region Kampanien durchsucht worden seien, nachdem in den Produkten von rund 30 Mozzarella-Herstellern überhöhte Dioxin-Werte festgestellt wurden.

Das französische Landwirtschaftsministerium ordnete am Freitag einen Verkaufsstopp für Büffelmozzarella aus Kampanien an. Das Ministerium sprach von einer Vorsichtsmassnahme. Untersuchungen sollten klären, ob der Verzehr des Mozzarellas unbedenklich sei.

Verkaufsstopp für Büffelmilch-Mozzarella in Frankreich

In Frankreich wurde heute der Verkauf von Büffelmilch-Mozzarella aus Süditalien angeordnet. Landwirtschaftsminister Michel Barnier reagierte damit auf den Fund leicht erhöhter Dioxin-Werte in Mozzarella aus der Region Kampanien bei Neapel. Am Donnerstag hatte die EU Italien aufgerufen, strengere Kontrollmassnahmen zu ergreifen. Südkorea und Japan haben den Import von Büffelmilch-Mozzarella aus Kampanien bereits gestoppt.

Das französische Landwirtschaftsministerium rief alle Händler auf, die betroffenen Produkte aus den Regalen zu nehmen. Die EU-Kommission nahm unterdessen ihre Drohung, ein Importverbot zu verhängen, zurück. Die von Italien zugesagten Massnahmen seien ausreichend. Das Verkaufsverbot in Frankreich sei aber keine Überreaktion und stehe in Übereinkunft mit den EU-Regeln. (dapd)

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