Aktualisiert 26.02.2010 17:38

Cinthya DenzlerDoch noch eine Schweizerin im Slalom

Der olympische Slalom findet ohne Schweizerinnen statt. Keine erfüllte die Selektionskriterien. Trotzdem werden wir im Rennen vertreten sein. Zumindest getarnt - und in den hinteren Rängen platziert.

von
fox
Cinthya Denzler fungierte bei der Eröffnungszeremonie als Fahnenträgerin.

Cinthya Denzler fungierte bei der Eröffnungszeremonie als Fahnenträgerin.

Weder Aline Bonjour, noch Rabea Grand oder Denise Feierabend: Keine Schweizerin darf beim olympischen Slalom an den Start. Keine? Doch, dank Cinthya Denzler geht eine Athletin mit Schweizer Blut ins Rennen. Allerdings fährt sie für Kolumbien. Die Tochter von Schweizer Eltern und kolumbianischen Grosseltern wird nichts mit der Entscheidung zu tun haben. Sie wird als Nummer 80 von 87 Athletinnen das Abenteuer Slalom in Angriff nehmen. Irgendwo zwischen allen anderen Exotinnen wie Fahrerinnen aus der Türkei oder dem Libanon.

Die einzige Athletin des südamerikanischen Staates fuhr schon im Riesenslalom mit, wies allerdings bei der ersten Zwischenzeit bereits 21 Sekunden Rückstand auf und schied wenig später aus. «Wichtig ist, dass ich ins Ziel komme», sagte die 25-Jährige noch vor dem Rennen gegenüber «el Tiempo». Dieses Ziel verfehlte sie.

Grössere Chancen im Slalom

Dass Denzler überhaupt für Kolumbien an den Start geht, verdankt sie ihrem Vater Hanspeter. Der langjährige Skitrainer kam vor zehn Jahren nach Südamerika und gründete eine Kleiderfabrik. Wenig später beantragte er den Pass.

Nach der Enttäuschung im Riesenslalom, soll es jetzt im Rennen mit den kleinen Torabständen klappen: «Im Riesenslalom machen die Kurven mehr zu. Im Slalom fühle ich mich besser», so Denzler. Ob sie ihr Ziel erreicht, erfahren Sie heute ab 19 Uhr.

Übrigens: Für die Kolumbianer ist Wintersport logischerweise sehr exotisch. So erklärt «el Tiempo» seinen Lesern, dass die Tore «Hindernisse, durch welche man Fahren muss» seien.

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