Aktualisiert 20.10.2011 21:17

Rämibühl ZHDoch noch Strafe für «Porno-Lehrer»

Pornografie im Unterricht wurde dem Deutsch-Lehrer zu Unrecht vorgewofen. Er wurde frei gesprochen. Für privaten Pornokonsum am Computer setzte es aber ein Strafe ab.

von
Attila Szenogrady

Bereits am Mittwoch hat das Bezirksgericht Zürich einen 48-jährigen Deutsch-Lehrer der Zürcher Kantonsschule Rämibühl von den Hauptvorwürfen des verbotenen pornographischen Unterrichts seiner Drittklässler im Alter von 14 bis 15 Jahren entlastet und freigesprochen. Im am Donnerstagabend eröffneten Urteil hat der zuständige Einzelrichter den Pädagogen in einem Nebenpunkt wegen mehrfacher Pornografie dennoch für schuldig befunden und zu einer bedingten Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu 160 Franken verurteilt.

Es handelte sich um pornografische Bilder, die der Lehrer an seinem privaten Computer herunter geladen hatte. Darauf waren minderjährige Mädchen und Knaben bei sexuellen Handlungen zu sehen. Der Angeklagte hatte vergeblich geltend gemacht, dass er die Bilder noch vor dem Verbot gesucht hatte. Zudem machte er künstlerische Motive geltend.

Genugtuung trotz einem Schuldspruch

Das Gericht ging von einem geringen Verschulden aus. So sprach es dem Beschuldigten trotz des Schuldspruchs eine Genugtuung von 2500 Franken zu. Zudem eine Prozessentschädigung von 12 000 Franken. Die Kosten der Untersuchung wurden nur zu einem Sechstel dem Angeschuldigten auferlegt. Der Richter hatte am Mittwoch Kritik am Strafverfahren geäussert. Auch an die Adresse der Staatsanwaltschaft und an der Anzeigeerstatterin, der Mutter einer Schülerin. Die Frau hätte sich lieber bei den Schulbehörden melden sollen.

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