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VerdachtDoch Untersuchung gegen UBS

Bei der Zürcher Staatsanwaltschaft III für Wirtschaftsdelikte ist eine Voruntersuchung gegen die UBS eröffnet worden.

von
jcg

Ermittelt wird in Zürich wegen Verdachts auf «ungetreue Geschäftsbesorgung», wie die Zeitung «Sonntag» berichtet. «Die Staatsanwaltschaft III eröffnete ein Vorabklärungsverfahren und die Abklärungen sind im Gange», sagt Peter Pellegrini, Leitender Staatsanwalt, Staatsanwaltschaft III für Wirtschaftsdelikte im Kanton Zürich.

Ausgangspunkt war die Strafanzeige von Rechtsanwalt Hans-Jacob Heitz wegen den Abschiedszahlungen von 3,3 respektive 1,2 Millionen Franken in die Pensionskassen der Chefs Peter Kurer und Marcel Rohner, die 2009 ausschieden. Sie waren auf Ospel/Wuffli gefolgt.

Diese Zahlungen waren von der UBS als «freiwillig» bezeichnet worden, es hätten keine vertragliche Verpflichtung dafür bestanden, stand im Geschäftsbericht. Rechtsanwalt Heitz' Verdacht: Es handle sich um einen willkürlichen «Griff in die Kasse», gewissermassen um «einen Freundesdienst» für Personen, welche für den Ruin der Bank eine Hauptmitverantwortung trügen. «Die UBS hat sämtliche, von der Staatsanwaltschaft angeforderten Auskünfte erteilt», bestätigt UBS-Sprecher Michael Willi das laufende Verfahren.

Untersuchung zu Bonusprogramm

Laut «SonntagsZeitung» untersucht zudem die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht Finma das neue IPP-Bonusprogramm der UBS. Dieses kam in die Kritik, weil es für die höchsten 900 UBS-Manager in fünf Jahren Boni von bis zu 3 Milliarden Franken bescheren könnte. Ein Finma-Sprecher bestätigt, dass die Behörde derzeit das Lohnsystem der Grossbank unter die Lupe nimmt. Hintergrund ist ein neues Finma-Rundscheiben zu den Vergütungssystemen, welche die Banken auf Anfang nächstes Jahr einführen müssen.

UBS plant Grübels Abgang

Nach der Generalversammlung von dieser Woche ist für den UBS-Verwaltungsrat ein anderes Geschäft ins Zentrum gerückt. Oswald Grübel, operativer Chef der Bank, wird in absehbarer Zeit ersetzt werden. UBS-Verwaltungsratspräsident Kaspar Villiger soll Grübels Nachfolge regeln, bevor er selbst zurücktritt Der Verwaltungsrat ist sich darüber einig, dass die Ablösung der beiden gestaffelt erfolgen muss, wie die «NZZ am Sonntag» aus gut unterrichteter Quelle weiss. Ein fixer Zeitrahmen ist nicht gesetzt, man spricht von 12 bis 18 Monaten. Ein Favorit für Grübels Nachfolge ist noch nicht auszumachen.

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