Aktualisiert 25.06.2009 16:13

Gescheiterte IntegrationDöner-Mann ermordete Tochter

Weil seine Tochter nicht den «muslimischen Weg» gehen wollte, hat ein Dönerbuden-Besitzer aus dem bayrischen Schweinfurt seine schlafende Tochter mit mehreren Messerhieben getötet. Die Polizei spricht mittlerweile von einem «Ehrenmord».

Nach den tödlichen Messerstichen eines türkischen Gastwirtes auf seine Tochter im nordbayerischen Schweinfurt verdichten sich die Hinweise auf einen sogenannten «Ehrenmord». Der Besitzer einer Dönerbude habe seiner eigenen Aussage zufolge Probleme damit gehabt, dass die 15-jährige Schülerin nicht den «muslimischen Weg» gehen wollte, teilte das Polizeipräsidium Unterfranken am Donnerstag mit.

Mord liess Mann kalt

Das Amtsgericht Schweinfurt erliess am Mittwochabend Haftbefehl wegen Mordes gegen den 45-Jährigen. Er hatte die Tat zuvor gestanden. Dabei habe er äusserlich unbeeindruckt gewirkt, erklärte die Polizei. Ersten Erkenntnissen zufolge lebte das 15-jährige Mädchen, das einen türkischen Freund hatte, seinem Vater zu westlich. Einzelheiten wollte Polizeisprecher Karl-Heinz Schmitt mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen nicht nennen.

Gezielt geplant

Laut Polizei ging der 45-Jährige bei der Bluttat gezielt vor: Er holte am frühen Mittwochmorgen zunächst ein Messer aus der Küche seiner Wohnung und ging dann in die darunter liegende Wohnung, wo die 15-Jährige auf der Couch ihrer Grossmutter schlief. Er stach mehrfach auf seine schlafende Tochter ein und verletzte sie am Oberkörper tödlich. Das Mädchen verblutete.

Eine Angehörige hatte am Mittwoch gegen 3.30 Uhr die Polizei alarmiert. Die Beamten fanden das Mädchen tot vor. Von dem Vater fehlte zunächst jede Spur. Er wurde wenig später in der Innenstadt festgenommen und soll nun von einem Psychiater auf seine Schuldfähigkeit untersucht werden. (dapd)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.