Aktualisiert 04.01.2013 13:32

Papierkrieg in Zürich

Dörflifest droht das Aus – wegen Auflagen der Stadt

Das Zürcher Dörflifest steht wegen strenger Auflagen der Stadt auf der Kippe. Diese führten im letzten Jahr schon zum Aus des Langstrassenfests.

von
Maja Sommerhalder
Das Dörflifest 2012: Solche Bilder könnten schon bald der Vergangenheit angehören.

Das Dörflifest 2012: Solche Bilder könnten schon bald der Vergangenheit angehören.

«Der Papierkram für ein Quartierfest ist für Laien kaum noch zu bewältigen – kein Wunder, dass die Veranstalter letztes Jahr das Langstrassenfest absagten», sagt René Spahn, langjähriger Organisator des Dörflifestes. Das Aus droht nun auch dem Quartierfest im Niederdorf, das seit 30 Jahren stattfindet: Die OK-Mitglieder werden nächste Woche darüber debattieren, ob sie das Dörflifest im August 2013 überhaupt durchführen wollen. Grund seien die immer strengeren Auflagen der Stadt, so Spahn: «Früher genügte ein handgeschriebenes Gesuch auf einer Seite.» Heute müsse man ein vierseitiges Gesuch und ein achtseitiges Entsorgungskonzept einreichen. «Und nun möchte die Stadt noch, dass man vor einem Fest Pläne für temporäre Bauten abgibt. Das dauert Tage, bis diese erstellt sind.»

«Wir machen kaum noch Gewinn»

Zudem mache man mit dem Dörflifest kaum noch Gewinn: «Wir müssen immer mehr Geld für die Sicherheit und Abfallentsorgung ausgeben.»

Laut Urs Spinner, Sprecher des städtischen Hochbaudepartements, sind diese Gebühren nötig: «Sonst müssen die Steuerzahler für die Entsorgung zahlen.» Dass vor einem Fest Pläne der Infrastruktur eingereicht werden müssten, sei lediglich ein Vorschlag zur Vernehmlassung: «Die Veranstalter haben dadurch aber nicht mehr Aufwand. Sie können sogar Ausgaben sparen, weil die kostenpflichtigen Kontrollen der Bauten vor Ort wegfallen.»

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