Luzern: Doku-Film über den LSD-Vater
Aktualisiert

LuzernDoku-Film über den LSD-Vater

Kaleo La Belle verbrachte seine Kindheit unter drogenabhängigen Hippies. Über die belastete Beziehung zu seinem Vater hat der Luzerner Regisseur jetzt einen Dok-Film gedreht.

von
Rahel Schnüriger

Kaleo La Belle (37) wuchs in einem Hippiedorf auf Hawaii auf. Sein Vater Cloud Rock (70) nannte ihn Ganja, was Marihuana bedeutet. Er lebt seit 40 Jahren im Drogenrausch: «Er kifft jede halbe Stunde einen Joint und nimmt täglich LSD sowie psychoaktive Pilze», erzählt La Belle. Das Leben sei für seinen Vater Freiheit, Abenteuer und Spass. Dank seiner Mutter änderte La Belle mit fünf Jahren seinen Namen in Kaleo. Als er acht war, zog sie mit ihm nach Detroit. Der Vater schickte noch zwei bis drei Briefe pro Jahr, ansonsten hatten sie keinen Kontakt zueinander.

Genug Stoff für einen Film, fand der Regisseur, der seit zwölf Jahren in Luzern wohnt und mittlerweile selbst drei Kinder hat. In «Beyond This Place» macht er mit seinem Vater, der auf LSD am Tag locker 150 Kilometer auf dem Velo zurücklegt, eine zweiwöchige Tour auf Maui. Dabei stellt der Filmemacher kritische Fragen – von Fehlern will sein Vater allerdings nichts wissen. «Du wählst deine Eltern selbst aus. Also ist das dein Problem», sagt Cloud Rock La Belle dazu im Film.

Obwohl Kaleo die Antworten nicht immer nachvollziehen kann, ist er froh, den Film gedreht zu haben: «Dass mein Vater sich Zeit genommen hat, hat mir mehr bedeutet als alle Antworten.» Der Film wurde bereits zweimal ausgezeichnet. Er läuft ab dem 9. Dezember im Bourbaki in Luzern.

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