Kim Jong-uns Schwester: «Dokument belegt Yo-jongs Schulzeit in Köniz»
Aktualisiert

Kim Jong-uns Schwester«Dokument belegt Yo-jongs Schulzeit in Köniz»

Die jüngere Schwester des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong-un soll im bernischen Köniz unterrichtet worden sein. Ein Autor fordert die Herausgabe ihres Decknamens.

von
Sonja Mühlemann

Die heute wohl 25-jährige Kim Yo-jong soll zwischen 1999 und 2007 im Könizer Schulhaus Hessgut die Schulbank gedrückt haben: Dies will der deutsche Autor Friedrich-Wilhelm Schlomann herausgefunden haben. «Mir liegt ein amtliches Dokument einer Botschaft vor, welches ihren Schulbesuch in Köniz belegt», so Schlomann. Er sei überzeugt, dass die jüngere Schwester des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong-un unter einem Pseudonym eingeschult worden sei: «So wie ihr Bruder damals als Un-pak die Schule besuchte.»

Keine Informationen wegen Datenschutz

Der heutige Herrscher Nordkoreas soll in der Steinhölzlischule Liebefeld unterrichtet worden sein – als angeblicher Sohn eines Botschafter. Ob seine jüngere Schwester ebenfalls dank einer falschen Geschichte die Schule Hessgut besuchte, will Schlomann mittels ihres Falschnamens recherchieren. Doch der Könizer Gemeinderat stellt sich quer: «Wir halten uns an den Datenschutz», sagt Gemeindepräsident Ueli Studer. Weder bestätige noch dementiere man den Schulbesuch eines koreanischen Mädchens um das Jahr 2007. Bis heute wurde auch der Schulbesuchs Kim Jong-uns nie abschliessend kommentiert.

Schlomann will auf Recht pochen

Dies nahm Schlomann nicht hin und gelangte Anfang März mit einer Rüge an das Regierungsstatthalteramt. Dieses wies nun die Gemeinde an, dem deutschen Autor einen Bescheid mit einer anfechtbaren Verfügung zuzustellen. «Wir wissen nicht, ob die Gemeinde Auskunft geben kann oder will, doch Herr Schlomann hat Anrecht auf eine Antwort», sagt Jean Pierre Bourquin vom Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland.

Die Gemeinde Köniz antwortet Schlomann nun, dass man keine Stellung dazu nehmen werde, ob ein koreanisches Mädchen die Schule Hessgut besucht habe. Ein entsprechender Brief sei bald zu ihm unterwegs. «Das Regierungsstatthalteramt zwingt uns nicht zur Herausgabe eines Namens», so der Könizer Gemeindepräsident Ueli Studer. Schlomann könne Einsicht in die Schulakten verlangen, wenn er die Anfrage klar definiere und einen bestimmten Namen überprüfen wolle.

Doch dies kann Schlomann nicht, da er den Decknamen ja gerade herauszufinden versuche: «Kim Yo-jong wurde von ihrem Bruder kürzlich als hohes Kadermitglied installiert – sie ist zur öffentlichen Person geworden und meine Anfrage damit gerechtfertigt», so Schlomann gegenüber 20 Minuten. Datenschutzgründe würden als Argument nicht mehr greifen. «Ich werde nun rechtliche Schritte einleiten», so Schlomann weiter.

Nicht mehr öffentlich aufgetreten

Kim Yo-jong hatte Mitte März ihren ersten öffentlichen Auftritt im nordkoreanischen Staatsfernsehen, wobei sie mit Namen und dem Zusatz «hoher Funktionär» genannt wurde. Seither sei sie aber wieder von der Bildfläche verschwunden, so der deutsche Autor. «Dies zeigt, dass Kim Jong-un auch Grenzen gesetzt sind – offenbar akzeptieren die altgedienten Funktionäre einen zu raschen Aufstieg einer solch jungen Frau nicht.»

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