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Lancia Appia Convertibile VignaleDolce Vita und die Sonne im Nacken

Dass nur rund 1500 Exemplare vom Lancia Appia Vignale gebaut wurden, mag man heute kaum glauben. Schliesslich war das Auto mehr als nur schön.

von
B. v. Rotz
30.11.2019
Agil und unerhört offen, der Lancia Appia Convertibile von 1959.

Agil und unerhört offen, der Lancia Appia Convertibile von 1959.

Daniel Reinhard/www.zwischengas.com
Aus dem Auspuff strömt sonore Sportlichkeit, die nicht aneckt.

Aus dem Auspuff strömt sonore Sportlichkeit, die nicht aneckt.

Daniel Reinhard/www.zwischengas.com
Rundumsicht total!.

Rundumsicht total!.

Daniel Reinhard/www.zwischengas.com

Ein paar Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs erhielt Vittorio Jano den Auftrag, eine neue kleine Limousine als Nachfolger für das Lancia-Modell Ardea zu entwickeln. Das Ergebnis, im April 1953 auf dem Turiner Autosalon präsentiert, hiess Lancia Appia und sah optisch wie eine geschrumpfte Aurelia-Limousine aus.

Technisch schien sich der Neuling eng an den Vorgänger Ardea anzulehnen, trotzdem war eigentlich fast alles komplett neu konstruiert. Als Motor diente ein 1,1 Liter grosser V4-Motor mit besonders engem Zylinderwinkel. Zwei seitliche Nockenwellen steuerten die Ventile, die kurze Kurbelwelle benötigte nur zwei Lager. Trotzdem leistete das Motörchen 35 PS.

Nur 820 Kilo schwer

Eingebaut wurde der V4, der mit einem Vierganggetriebe (Lenkradschaltung) verblockt war, in eine selbsttragende Karosserie, die dank Leichtbau und Verwendung von Leichtmetall für Kotflügel und Hauben zu einem Trockengewicht (samt Mechanik) von nur 820 Kilogramm führte. Mit der gebotenen Leistung war die pfostenlose Limousine mit gegenläufig öffnenden Seitentüren durchaus ein munterer Kamerad.

Das Fahrwerk setzte vorne auf Einzelradaufhängungen, die in ihrer Ausgestaltung auf die Konstruktion des Vorkriegs-Lambda zurückgingen, hinten kam eine Starrachse zum Einsatz. Damit lag die Appia-Limousine hervorragend auf der Strasse.

Trotzdem erfüllten die Verkaufszahlen die gesetzten Hoffnungen nicht ganz. Knapp über 20'000 Exemplare (etwa hälftig links- und rechtsgelenkt) konnten bis 1956 ausgeliefert werden.

Modernisierung zur Serie 2

Im März 1956 stellte Lancia in Genf eine verbesserte Version des Lancia Appia vor. Kurz darauf erschienen auf dem Turiner Salon Spezialkarosserien auf einem eigens dafür konzipierten Appia-Plattform-Chassis. Eine Cabriolet-Version von Vignale wurde dann ein Jahr später in das offizielle Verkaufsprogramm von Lancia aufgenommen, zudem je eine Coupé-Variante von Pininfarina und Zagato.

Design von Michelotti, Bau durch Vignale

Giovanni Michelotti, der das Vignale-Cabriolet zeichnete, hatte keine Experimente gemacht und ein gradliniges Design vorgelegt. Das zunächst zweisitzig ausgeführte Sportcabriolet verfügte über ein komplett versenkbares Faltdach und einen breiten Kühlergrill mit separat aussen angeordneten Scheinwerfern. Gegenüber der Limousine waren die Dimensionen etwas grösser, das Cabriolet mass 4,25 Meter in der Länge und 1,51 Meter in der Breite. Es wog auch etwas mehr und kam gemäss Prospekt auf 950 kg Leergewicht. Als Höchstgeschwindigkeit waren über 140 km/h möglich.

Die Leistung stieg im Laufe der Bauzeit auf 54 PS, die Zahl der Sitze auf vier. «Ein geräumiger Wagen mit mannigfaltiger Verwandelbarkeit: Roadster, Cabriolet und – dank des leicht zu montierenden Hardtops – auch im Winter zu verwenden als Coupé», stand 1962 im Verkaufsprospekt von Lancia.

Für die doch nennenswerte Summe von 16'600 Franken erhielt man ein ausgereiftes und fortschrittliches Fahrzeug. Der Wagen ist noch immer sehr angenehm zu fahren, fühlt sich sportlich an und tönt auch so. Die Übersichtlichkeit ist sowieso fast unschlagbar (zumindest bei geöffnetem Dach), und viele schöne Details zeigen die Liebe der Karosseriebauer zu ihrem Produkt. Ein gut schaltbares Getriebe und ein überaus handliches Fahrzeug mit kleinen Abmessungen machen das Befahren von engen Landstrassen zu einem grossen Vergnügen.

Weitere Informationen, viele Fotos und Verkaufsprospekte gibt es auf www.zwischengas.com.

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