Pharma: Dollar belastet Novartis-Ergebnis
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PharmaDollar belastet Novartis-Ergebnis

Der Pharmakonzern Novartis macht auch in der Rezession lukrative Geschäfte, ist im ersten Halbjahr 2009 aber durch den stärkeren Dollar gebremst worden. Mit einem Reingewinn von über vier Milliarden und Umsätzen von mehr als 20 Milliarden Dollar übertrafen die Basler die Erwartungen der Analysten.

Der Reingewinn verringerte sich im Vergleich zur Vorjahresperiode um zwölf Prozent auf 4,019 Milliarden Dollar, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Der Umsatz ging um zwei Prozent auf 20,255 Milliarden Dollar zurück. In Lokalwährungen nahmen die Verkäufe aber um acht Prozent zu.

In der dominierenden Pharmadivision wuchs der Umsatz um drei Prozent auf 13,548 Milliarden Dollar. In Lokalwährungen stiegen die Pharmaverkäufe sogar um zwölf Prozent, womit Novartis nach eigenen Angaben zu den am schnellsten wachsenden Unternehmen der Branche gehört. Meistverkauftes Medikament war nach wie vor der Blutdrucksenker Diovan mit einem Umsatz von knapp drei Milliarden Dollar. Rasante Wachstumsraten gab es bei den neuen Mitteln, namentlich für den Blutdrucksenker Exforge, der den Umsatz fast verdoppelte, sowie für das Augenmedikament Lucentis und das Alzheimer-Pflaster Exelon.

Die Generika-Tochter Sandoz machte neun Prozent weniger Umsatz, erhöhte die Verkäufe in Lokalwährungen aber um vier Prozent. Der Bereich Consumer Health mit den Kontaktlinsenprodukten und dem Nutztiergeschäft litt laut Mitteilung unter der Rezession. Er wuchs in Lokalwährungen noch um ein Prozent, schrumpfte in Dollar aber um neun Prozent. Die Division Impfstoffe und Diagnostika musste einen deutlichen Rückschlag hinnehmen. Die Verkäufe sanken um 18 Prozent beziehungsweise um neun Prozent in Dollar. Als Gründe werden ein Rückgang bei den Impfstoffen gegen die Frühsommer-Meningoenzephalitis FSME und fehlende Umsätze bei den Impfstoffen gegen eine Vogelgrippepandemie genannt.

Schweinegrippe-Impfstoff auf Kurs

Auf Hochtouren laufen aber die Vorbereitungen zur Herstellung und Vermarktung eines Impfstoffs gegen die Schweinegrippe. An sämtlichen Standorten in Europa sei die Antigenherstellung bereits in grossem Massstab angelaufen. Dabei kommen gemäss Mitteilung sowohl die herkömmlichen Herstellungsverfahren auf Ei-Basis als auch die schnelleren Produktionsverfahren auf der Basis von Zellkulturen zum Einsatz.

Die klinischen Studien sollen noch im Juli anlaufen. Novartis erhielt bereits mehrere verbindliche Aufträge für H1N1-Impfstoffe und ist mit über 35 Staaten im Gespräch. Die US-Regierung erteilte zwei Aufträge im Umfang von 979 Millionen Dollar für Grosseinkäufe des H1N1-Impfstoffs und des Adjuvans MF59.

Ausblick bekräftigt

Für das ganze Jahr bekräftigte Novartis-Präsident und -Konzernchef Daniel Vasella die Erwartung, bei unveränderten Wechselkursen zu Grunde liegende Ergebnisse in Rekordhöhe zu erzielen. Schneller als geplant läuft den Angaben zufolge das Effizienzsteigerungsprogramm; es brachte im ersten Halbjahr zusätzliche Einsparungen von 631 Millionen Dollar. (dapd)

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