Dollar sackt auf 19-Monatstief ab
Aktualisiert

Dollar sackt auf 19-Monatstief ab

Der Abstieg des Dollars hat sich beschleunigt. Zum Franken sackte die US-Devise auf den tiefsten Stand seit Mai 2005 ab.

Zum Zürcher Bankenschluss notierte der Dollar bei 1,1927/29 (Vorabend 1,1976/79) Franken. Bei 1,1902 Fr. hatte er den tiefsten Stand seit mehr als eineinhalb Jahren markiert. Nach Ansicht der Charttechniker der Zürcher Kantonalbank hat der Dollar einige Haltemarken durchschritten und könnte nun bis auf 1,1750 Fr. fallen.

Zum Euro notierte der Dollar ein 20-Monatstief, gegenüber dem britischen Pfund fielt der Greenback sogar auf den tiefsten Stand seit 14 Jahren.

Unmittelbarer Auslöser für die Abschläge war die Wachstumsabschwächung in der US-Industrie. Der am Freitagnachmittag veröffentlichte und an den Finanzmärkten viel beachtete Konjunkturindex der US-Einkaufsmanager (ISM) fiel im November überraschend auf den tiefsten Stand seit April 2003. Er sank von 51,2 Punkten im Vormonat auf 49,5 Zähler.

Ein Index-Wert unter 50 Punkten deutet ein Schrumpfen im verarbeitenden Gewerbe hin. Damit verstärkte sich unter Marktteilnehmern der Eindruck, dass die US-Notenbank die Leitzinsen früher als gedacht senken könnte, um einen eventuell anstehenden Abschwung der Wirtschaft zu mildern.

«Die Wurzel der Dollar-Abwertung liegt in der Schwäche der US- Konjunktur, während die Wirtschaft in der Euro-Zone brummt», sagte Analyst Tobias Thygesen von Danske Markets in Kopenhagen. Auch die Bauausgaben in den USA sanken im Oktober stärker als erwartet. (sda)

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