Aktualisiert 29.10.2007 13:47

Dollar unter Druck

Die US-Notenbank steht vor keiner leichten Entscheidung: Senken die obersten Währungshüter der USA bei ihrem Treffen am Dienstag und Mittwoch wie erwartet erneut die Zinsen, könnte das die Inflation anheizen.

Andererseits hoffen Unternehmen und Verbraucher darauf, dass die Federal Reserve Bank (Fed) unter ihrem Präsidenten Ben Bernanke sie mit billigem Geld aus der Kreditklemme befreit.

Denn die Turbulenzen auf dem Finanzmarkt sind noch nicht beendet und Experten warnen vor massiven Folgen für die Konjunktur. Beobachter rechnen daher damit, dass die US-Zentralbank die Zinsen um 0,25 Prozent senken wird. Und: Eine weitere Zinssenkung könnte noch im Dezember anstehen, wird spekuliert.

Allerdings sind die Preise für Lebensmittel und Energie auch in den USA kräftig gestiegen und der Dollar verliert täglich gegenüber dem Euro an Wert. Billiges Geld könnte die Inflation weiter anheizen und den Dollar noch stärker unter Druck setzen. «Senkt die US-Notenbank ihren Leitzins in den nächsten Monaten deutlich, können wir uns auf einen regelrechten Höhenflug des Euros gefasst machen», sagte Michael Heise, Chefvolkswirt von Allianz und Dresdner Bank, dem «Handelsblatt».

Zum ersten Mal seit vier Jahren hatte die Fed den Leitzins im September gesenkt und damit auf die Turbulenzen am Finanzmarkt reagiert. Der Schritt habe das Ziel, negative Auswirkungen auf die Wirtschaft abzuwenden. Die USA verzeichnen derzeit den grössten Rückgang auf dem Immobilienmarkt seit 16 Jahren. Auslöser waren Zahlungsschwierigkeiten von Banken, die auch Hauskäufern mit niedriger Bonität Darlehen gewährt hatten. Die meisten Banken verschärften daraufhin ihre Richtlinien für die Vergabe von Hypothekenkrediten. (dapd)

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