Aktualisiert 03.11.2009 10:32

Witzige PressekonferenzenDolmetscher und Handy sorgen für Lacher

Es geht um alles, wenn der FCZ und Marseille heute Abend aufeinandertreffen. Trotzdem waren die beiden Trainer an der Pressekonferenz gut aufgelegt. Deschamps witzelte über die Schweizer Journalisten und Challandes wollte den Dolmetscher stoppen - erfolglos.

von
Reto Fehr, Marseille

Handys sollten während Pressekonferenzen ausgeschaltet oder zumindest auf lautlos gestellt werden. Vor dem Spiel Marseille – Zürich wurde Didier Deschamps bei seinen Ausführungen trotzdem vom lauten Klingeln eines Mobiltelefons unterbrochen. Der Franzose nahms mit Humor: «Ist das ein Schweizer Journalist?», fragte er mit einem Schmunzeln. Ja, es war einer. Er solle doch bitte sein Handy ausschalten. Der Journalist drückte an seinem Gerät herum und steckte es wieder ein, ausgeschaltet hatte er es aber nicht. Denn nur kurze Zeit später klingelte daselbe Mobiltelefon erneut. Deschamps unterbrach jetzt seine Antwort und warf dem Schuldigen einen bösen Blick zu, während dieser den Anruf erneut abwies. Doch es vergingen nur wenige Sekunden, bis das Handy zum dritten Mal klingelte.

Deschamps konnte es kaum fassen und baute mit einem Lächeln ein kurzes «Tatata», in seine Rede ein. Die Klingelton-Imitation sorgte für ein Lachen unter den Anwesenden. Als kurz darauf für einen Moment Stille herrschte, imitierte der Marseille-Trainer erneut einen Klingelton ins Mikrofon. Danach konnte er seine Pressekonferenz, ohne ein weiteres Mal unterbrochen zu werden, beenden. Der 41-Jährige behielt seine gute Laune und gratulierte dem Dolmetscher, welcher fast wortwörtlich alle seine Aussagen übersetzte, mit einem kurzen «Bravo». Die Anwesenden quittierten dies mit Applaus für den Dolmetscher.

«Perfekt. Das war perfekt»

Auch bei der zweiten Pressekonferenz – derjenigen von Bernard Challandes – fiel der Dolmetscher auf. Obwohl der FCZ-Trainer wie gewohnt lange Antworten auf jede Frage gab, konnte er alles nahezu perfekt nacherzählen. So auch bei der letzten Antwort. Diese war so lang, dass Challandes zum Spass mit seiner Trillerpfeife den Schlusspfiff mimte, was unter den Anwesenden für Lacher sorgte. Der Dolmetscher bekam dies allerdings nicht mit und so führte er seinen Job mit leichter Irritation über die Journalisten zu Ende.

«Perfekt. Das war perfekt», lobte Challandes zum Schluss und auch FCZ-Mediensprecher Giovanni Marti fasste zusammen: «Jeder weiss, dass es nicht einfach ist, Bernard Challandes lange Ausführungen zu übersetzen, aber dies war eine hervorragende Leistung.» Tatsächlich brillierte der Dolmetscher, welcher von Marseille extra für dieses Spiel engagiert wurde, bei seiner Arbeit.

Schweizer Journalisten sind ein Sonderfall

«Wir sind eine Dolmetscher-Agentur, die sich auf Fussball spezialisiert hat», sagte er nach der Pressekonferenz gegenüber 20 Minuten Online. «Die Schweiz mit ihren oft deutsch und französisch sprechenden Journalisten und Spielern ist ein Sonderfall. Da hätte es meine genauen Übersetzungen so vielleicht nicht benötigt. Aber das ist mein Job.» Hoffen wir, dass die FCZ-Spieler heute ihre Arbeit zumindest ähnlich souverän verrichten wie der Dolmetscher.

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