Aktualisiert 15.12.2010 08:13

SchwimmenDominik Meichtry als Schweizer Hoffnungsträger

Vier Schwimmerinnen und Schwimmer vertreten die Schweiz an den heute beginnenden und bis Sonntag dauernden Kurzbahn-Weltmeisterschaften in Dubai. Für alle vier ist es die erste WM im 25-m-Becken.

Die Schweizer Delegation ist zwar klein, dafür nimmt mit Dominik Meichry der derzeit klar beste Athlet von Swiss Swimming teil. Der 26-jährige St. Galler tritt über 200 m und 400 m Crawl an, wobei er insbesondere über 200 m Finalchancen besitzt. In dieser Disziplin wurde er 2008 an den Olympischen Spielen in Peking Sechster und gewann er im gleichen Jahr an den Kurzbahn-Europameisterschaften in Rijeka die Silbermedaille.

Über 400 m triumphierte er Mitte Oktober beim Weltcup in Singapur. Abgesehen davon, dass Meichtry vor zweieinhalb Wochen leicht krank war, verlief in der Vorbereitung alles nach Plan. "Ich fühle mich mental stark und habe seit August hart an mir gearbeitet. Ich kann es kaum erwarten, die Früchte der intensiven Trainingszeit zu ernten", sagte er.

Dubai ist für Meichtry "ein Sprungbrett" für die im nächsten Jahr stattfindenden Langbahn-WM in Schanghai und die Olympischen Spiele 2012 in London. "Ich will gut schwimmen, aber fokussiert bin ich auf Schanghai und London", erklärte der Ostschweizer. "Ich bevorzuge Rennen auf der langen Bahn." Das 25-m-Becken sei besser geeignet für grosse und explosive Schwimmer, welche die vielen Wenden ausnützen würden. Meichtry, der Ende November die Kurzbahn-EM in Eindhoven ausgelassen hatte, hat eine zwölfstündige Zeitverschiebung hinter sich, denn er lebt und trainiert in Los Angeles. Es wird sich zeigen, wie gut er die Zeitumstellung verdaut.

Wie Meichtry hatte auch Martina van Berkel auf die Kurzbahn-EM in Eindhoven verzichtet. Die 21-jährige Zürcherin trainiert und studiert seit September an der Gold Coast in Australien. Ihr letzter internationaler Kurzbahn-Wettkampf liegt schon eine Weile zurück, da sie die vergangene Kurzbahn-Saison wegen Schulterproblemen hatte auslassen müssen. Die Form scheint zu stimmen, vermochte Van Berkel doch Mitte November an einem regionalen Wettkampf auf der langen Bahn in Brisbane zu überzeugen. "Ich freue mich sehr und bin zuversichtlich", schrieb sie auf ihrer Homepage. Ihr wichtigster Wettkampf, das Rennen über 200 m Delfin, steht bereits heute im Programm. In diesem liegen die Halbfinals im Bereich des Möglichen.

Melanie Schweiger und Stéphanie Spahn komplettieren das Schweizer Team. Schweiger präsentierte sich an den Kurzbahn-EM mit drei Schweizer Rekorden und zwei Halbfinal-Einzügen in starker Verfassung. Spahn blieb in Eindhoven auf ihrer Paradedisziplin 50 m Brust unter den Erwartungen. Sie hat also noch eine Rechnung offen. So oder so wird es für beide schwierig, die Vorläufe zu überstehen. Mit Flori Lang, der seine Entzündung am Ellbogen auskurieren will, und Swann Oberson wären zwei weitere Schweizer für Dubai qualifiziert gewesen. Sie verzichten jedoch auf einen Einsatz und bereiten sich langfristig auf die Saison 2011 vor.

Grosser Abwesender in den Vereinigten Arabischen Emiraten ist der amerikanische Superstar Michael Phelps. Dass der 14-fache Olympiasieger nicht dabei sein würde, war schon seit längerem klar. Leader des US-Teams ist daher Ryan Lochte. Angesichts der starken Besetzung darf auf den ersten Weltrekord in der "Nach-Anzug-Ära" gehofft werden.

(si)

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