Dominique Aegerter steht kurz vorm Titel, trotzdem ist er frustriert
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Keine Rückkehr in die Moto2Dominique Aegerter steht kurz vor dem WM-Titel, trotzdem ist er frustriert

Am Wochenende kann sich der Berner Töff-Profi im argentinischen San Juan den Titel in der Supersport-Serie sichern. Wie es nächste Saison für Aegerter weitergeht, wird noch verhandelt.

von
Adrian Hunziker
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Dominique Aegerter kann sich aktuell nicht richtig darüber freuen, dass er kurz vor dem Supersport-WM-Titel steht.

Dominique Aegerter kann sich aktuell nicht richtig darüber freuen, dass er kurz vor dem Supersport-WM-Titel steht.

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Zwar gewann er in dieser Saison zehn Rennen und war klar der beste Fahrer. 

Zwar gewann er in dieser Saison zehn Rennen und war klar der beste Fahrer.

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Trotzdem erhält er keine Chance in der höher gewichteten Superbike-Serie oder in der Moto2. 

Trotzdem erhält er keine Chance in der höher gewichteten Superbike-Serie oder in der Moto2.

Getty Images

Darum gehts

  • Der Schweizer Töff-Pilot Dominique Aegerter steht kurz vor dem Supersport-WM-Titel.

  • Trotzdem ist der 31-jährige Oberaargauer frustriert.

  • Denn er wird nächstes Jahr nicht in der Superbike-Serie oder in der Moto2 fahren können.

Eigentlich könnte sich Töff-Profi Dominique Aegerter freuen: Der 31-Jährige steht kurz vor dem Titel in der Supersport-WM. Vor der zweitletzten Renndestination im argentinischen San Juan führt der Berner die WM-Wertung mit 54 Punkten Vorsprung an – es sind in vier Rennen noch 100 Punkte zu vergeben. Wenn er beispielsweise in den beiden Rennen am Samstag und Sonntag vor Kontrahent Steven Odendaal ins Ziel kommt, dann ist dem Fahrer des Teams Ten Kate Yamaha der Weltmeistertitel sicher.

«Dieser Titel würde mir sehr viel bedeuten. Meinen letzten Titel gewann ich 1999, als ich Schweizer Meister im Motocross wurde. Seither wurde ich einige Male Vize-Meister, aber ein Weltmeistertitel hat einen sehr hohen Stellenwert, der wird in Erinnerung bleiben. Speziell in dieser Saison mit zehn Siegen, 13 Mal auf dem Podium und immer unter den Top 5», sagt Aegerter im Interview mit 20 Minuten. Doch die Vorfreude auf den möglichen Titel wird aus zweierlei Hinsicht getrübt.

Vorerst keine Rückkehr in die Moto2

Zum einen verpasste Aegerter vor etwas mehr als drei Wochen nur ganz knapp den Titel in der MotoE – wegen einer umstrittenen Zeitstrafe im letzten Rennen rann ihm der WM-Titel durch die Hände. «Ich habe momentan die Nase voll von dieser MotoE. Ich kann nicht begreifen, dass die Rennentscheidung so schnell gefallen ist», schimpfte Aegerter damals.

Neben diesem Frust kommt hinzu, dass Aegerter trotz seiner starken Saison keine brauchbaren Angebote für die kommende Saison erhalten hat. Ein Platz in der höher gewichteten Superbike-WM ist vom Tisch, eine Rückkehr in die Moto2 ebenfalls. «Das ist sehr frustrierend und enttäuschend. Vor allem, wenn man mehr als die Hälfte der Rennen gewinnt und zeigt, dass man einer der besten Fahrer ist und wohl den Titel holt», sagt der Oberaargauer. Und auch der Supersport-WM-Titel würde an dieser Situation nichts ändern. «Das Problem ist, dass alle Fahrerpositionen im Superbike und in der Moto2 bereits vergeben sind, da gab es keine Chance für einen Aufstieg respektive eine Rückkehr.»

Er hat noch eine Rechnung offen

Ist der 31-Jährige denn zu alt? Er findet nicht, er sagt zwar: «Klar bin ich mit 31 nicht mehr der jüngste Fahrer, das habe ich in der Moto2 gesehen, wo vor allem die 20 bis 25-Jährigen eine Chance bekommen. Aber in der Superbike-Klasse gibt es auch Fahrer über 35.» Da Superbike und Moto2 nicht mehr infrage kommen, verhandelt der Töff-Pilot nun mit seinem aktuellen Supersport-Team Ten Kate. Der Rennstall will Aegerter wieder im Boot haben. Und eine Rückkehr in die MotoE ist trotz viel Frust ebenfalls ein Thema – auch hier laufen die Verhandlungen.

Aegerter versucht mit beiden Veranstaltern zu schauen, dass es nicht wie in dieser Saison eine Überschneidung der Rennkalender gibt. Dadurch verpasste er 2021 zwei Supersport-Rennen und hatte dort keine Möglichkeit, weitere Punkte einzufahren. Aegerter sagt zur MotoE: «Ich habe da ja noch eine Rechnung offen. Letztes Jahr wurde ich zweimal abgeschossen und verlor den Titel, dieses Jahr verpasste ich den Titel noch knapper. Es wäre schön, mal zu zeigen, dass, wenn alles stimmt, ich diese Serie auch gewinnen kann.»

Lukrativer war 2021 für Aegerter die MotoE-Serie. Das, weil er da bezahlt wurde, in der Supersport-Serie musste er etwas Kapital mitbringen. «Jetzt verhandeln wir, dass ich nächstes Jahr in der Supersport-Serie nichts mehr mitbringen muss, sondern auch etwas verdiene. Heuer habe ich durch die guten Leistungen mit Siegen, schnellsten Runden oder Pole-Positions super Prämien bekommen. Ich habe aber auch sehr viel Glück, dass ich super Sponsoren aus der Schweiz hinter mir habe, die meine Finanzen abdecken.» Trotz aller Rückschläge und Enttäuschungen liebt Aegerter das, was er macht, seinen Job: «Das ist das Wichtigste, dass man Spass hat. Das braucht es

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