Aktualisiert 09.08.2015 07:48

USA

Donald Trump feuert Berater Stone

Der republikanische Präsidentschaftsanwärter zoffte sich mit seinem politischen Berater. Roger Stone bekam Trumps berühmtes «You're Fired» zu hören.

von
hae
Zieht seine Linie durch: Ein weiterer Berater ist von Donald Trump gefeuert worden. (6. August 2015) Foto: AP Photo/John Minchillo

Zieht seine Linie durch: Ein weiterer Berater ist von Donald Trump gefeuert worden. (6. August 2015) Foto: AP Photo/John Minchillo

Der republikanische US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump und sein politischer Topberater Roger Stone haben sich im Streit getrennt. Während das Trump-Wahlkampflager behauptete, Stone sei gefeuert worden, widersprach dieser entschieden.

Ein Sprecher der Trump-Kampagne sagte, Stone habe den «enorm erfolgreichen Wahlkampf» des Milliardärs für seine eigene politische Profilierung nutzen wollen. Nachdem sich zuletzt einige Medienberichte mit Stone beschäftigt hätten, habe Trump entschieden, den Fokus auf seinen Wahlkampf zu konzentrieren – Stone sei deshalb gefeuert worden.

Stone will von sich aus gekündigt haben

Ganz im Gegenteil habe er selber die Kündigung eingereicht, sagte der Berater nach Angaben des Senders CNN vom Samstag. «Unglücklicherweise haben die momentanen Kontroversen um Persönlichkeiten und provokative Mediengefechte ein derartiges Ausmass erreicht, dass die Aufmerksamkeit von Ihrer Kampagne abgelenkt und Ihre Kernbotschaft übertönt wird», heisst es laut CNN in einem Kündigungsschreiben, das Stone nach eigenen Angaben an Trump schickte. «Mit der jetzigen Richtung dieser Kandidatur kann ich nicht länger in Ihrem Wahlkampf involviert bleiben.»

Hintergrund sind Stone zufolge die jüngsten Gefechte, die sich Trump mit den Medien lieferte. Damit bezog sich der Berater anscheinend auf die verächtlichen Bemerkungen Trumps über die Fox-News-Fernsehmoderatorin Megyn Kelly.

Sie hatte ihn in der ersten TV-Debatte der republikanischen Präsidentschaftsbewerber am Donnerstag (Ortszeit) nach sexistischen Äusserungen in der Vergangenheit gefragt. Danach beklagte sich Trump massiv darüber, er sei in der Debatte härter behandelt worden als seine Mitbewerber.

In einem CNN-Interview am Freitagabend spitzte er dann seine Kritik weiter zu. Er nannte Kelly ein «Leichtgewicht» und deutete an, dass die Journalistin wohl gerade menstruiert habe und deshalb besonders gereizt gewesen sei. «Kelly hatte Blut aus ihren Augen kommen, Blut aus woher auch immer», sagte Trump.

Mitbewerber empört

Die einzige weibliche Präsidentschaftsanwärterin der Republikaner, Carly Fiorina, twitterte daraufhin: «Mr. Trump. Es. Gibt. Keine. Entschuldigung.» Später fügte sie hinzu: «Ich unterstütze @megynkelly.»

Ähnlich äusserte sich der republikanische Präsidentschaftskandidat Scott Walker in einem Tweet. Der republikanische Bewerber Mike Huckabee forderte auf CNN eine Entschuldigung von Trump.

Als Folge wurde er am Samstag von einem bedeutenden Republikaner-Treffen in Atlanta ausgeladen. Er habe mit seiner «Blut«-Äusserung eine Grenze überschritten, sagte der Gastgeber des Treffens, bei dem Trump die Hauptrede halten sollte.

«So sehr ich Donald Trump persönlich mag, sein Kommentar über Megyn Kelly auf CNN geht einen Schritt zu weit für mich», sagte Erick Erickson.

«Politisch korrekte Trottel»

Trump schwankte seinerseits zwischen Schadensbegrenzung und aggressiver Rechtfertigung. Er versicherte, seine Bemerkung sei keine Anspielung auf ein bestimmtes Körperteil von Kelly gewesen. «So viele politisch korrekte Trottel in unserem Land», twitterte er.

Sein Kampagnenbüro hob hervor, Trump habe die Nase gemeint. Zugleich wurde Erickson in einer Erklärung als «total loser» («völliger Verlierer») bezeichnet. (hae/afp)

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