«Fühlt sich wie eine Drohung an»: Donald Trump Jr. veröffentlicht Waffen-Video gegen Lehrer
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«Fühlt sich wie eine Drohung an»Donald Trump Jr. veröffentlicht Waffen-Video gegen Lehrer

In einem neuen Video richtet sich der Sohn des Ex-Präsidenten gegen Lehrergewerkschaften. Zu reden gibt vor allem das, was im Hintergrund des Videos zu sehen ist.

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In einem neuen Video äussert sich Donald Trump Jr., der Sohn des ehemaligen US-Präsidenten, zu Lehrergewerkschaften, die eine Verzögerung der Wiedereinführung des Präsenzunterrichts an den Schulen des Landes fordern. Das Thema ist in den Vereinigten Staaten heiss umkämpft: In einigen Distrikten fällt der Präsenzunterricht seit einem Jahr aus, in anderen gelten derzeit überhaupt keine Massnahmen.

Zu reden gibt allerdings nicht, was Trump Jr. sagt, sondern wie er seine Botschaft übermittelt. Im Hintergrund des Videos sind fünf Schusswaffen zu sehen, die dem Video den Anschein eines «extremistischen Videos, das in einem geheimen Bunker gefilmt wurde» geben, wie ein Journalist auf Twitter schreibt. Die Veröffentlichung des Videos passiert zudem kurz nach dem Jahrestag des Parkland-Massakers, bei dem ein Amokläufer in einer Schule in Florida 17 Menschen tötete.

«Das Video fühlt sich wie eine Drohung an», sagt Randi Weingarten, die Präsidentin einer Lehrergewerkschaft. In einer Zeit der Schiessereien an Schulen zeuge es von sehr schlechtem Geschmack, vor einer Wand aus Waffen ein Video gegen Lehrer aufzunehmen. Andere User bezeichnen Trump Jr. als Terroristen, dessen Video in seiner martialischen Selbstdarstellung jenen von islamistischen Extremisten gleiche.

In den USA kommt es seit mehreren Jahrzehnten immer wieder zu Amokläufen an Schulen. Liberale Kreise sehen die einfache Zugänglichkeit von schweren Waffen als Ursache, Konservative dagegen fordern eine Bewaffnung der Lehrer. Bei rechten Politikern im Land ist es beliebt, sich in der Öffentlichkeit mit Waffen zu zeigen.

Schusswaffen zur Selbstdarstellung: Donald Trump Jr.

Schusswaffen zur Selbstdarstellung: Donald Trump Jr.

Screenshot

500’000 Corona-Tote in den USA

Ein Jahr nach dem ersten Corona-Todesfall in den USA hat die Opferzahl in dem Land die symbolische Schwelle von einer halben Million überschritten. Nach einer Zählung der Johns-Hopkins-Universität vom Montag starben seit Beginn der Pandemie mehr als 500’000 Menschen an den Folgen einer Infektion. Präsident Joe Biden ordnete an, die Fahnen landesweit auf Halbmast zu setzen.

Biden sprach im Weissen Haus von einem «grauenvollen, herzzerreissenden Meilenstein». «500’071 Tote. Damit sind mehr Amerikaner in einem Jahr dieser Pandemie ums Leben gekommen als im Ersten Weltkrieg, im Zweiten Weltkrieg und im Vietnamkrieg zusammen.» Biden bezog sich damit auf US-Soldaten, die bei Gefechten getötet wurden.

Die USA hätten auch mehr Corona-Tote zu beklagen als jedes andere Land der Welt, sagte Biden. Er versprach, die Opfer würden nie vergessen: «Das waren Menschen, die wir kannten.»

(nsa)

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