Wegen angeblichen Wahlbetrugs: Donald Trump ruft seine Anhänger zum Massenprotest auf
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Wegen angeblichen WahlbetrugsDonald Trump ruft seine Anhänger zum Massenprotest auf

Donald Trump hat seine Niederlage noch nicht eingestanden. Neu stützt er sich auf einen Bericht eines Ökonomen, der beweisen will, dass es bei den Präsidentschaftswahlen zu Betrug kam. Nun ruft Trump zum Massenprotest auf – am gleichen Tag und gleichen Ort, an dem auch die Wahlleute ihre Stimme abgeben.

von
Reto Heimann
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Donald Trump ruft seine Anhänger zum Massenprotest auf.

Donald Trump ruft seine Anhänger zum Massenprotest auf.

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Der Massenprotest soll in Washington stattfinden – am selben Tag, an dem die Wahlleute ihre Stimme abgeben in der Hauptstadt.

Der Massenprotest soll in Washington stattfinden – am selben Tag, an dem die Wahlleute ihre Stimme abgeben in der Hauptstadt.

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Schon jetzt versammeln sich immer wieder Trump-Anhänger, um gegen den Ausgang der Präsidentschaftswahl zu demonstrieren. Hier Mitglieder der Proud Boys am 13. Dezember in Washington.

Schon jetzt versammeln sich immer wieder Trump-Anhänger, um gegen den Ausgang der Präsidentschaftswahl zu demonstrieren. Hier Mitglieder der Proud Boys am 13. Dezember in Washington.

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Darum gehts

  • Donald Trump ruft seine Anhänger am 6. Januar zum Massenprotest in der Hauptstadt Washington auf.

  • Am gleichen Tag geben die Wahlleute – ebenfalls in Washington – offiziell ihre Stimme ab.

  • Trump hat seine Niederlage nach wie vor nicht eingestanden. Er stützt sich neu auf einen Bericht eines ihm nahestehenden Ökonomen, der den Wahlbetrug beweisen will.

Donald Trump hat seine Niederlage bei den US-Präsidentschaftswahlen immer noch nicht eingestanden. Im Gegenteil: Trump ruft seine Anhänger über Twitter zu einem Massenprotest vor dem Weissen Haus auf. Am 6. Januar sollen sich, wenn es nach Trump geht, Tausende in der US-Hauptstadt versammeln, um gegen den Wahlbetrug zu demonstrieren, den Trump und seine Anhänger vermuten.

Trumps Aufforderung zum Massenprotest fällt in eine Zeit, in der die Corona-Fallzahlen weiterhin steigen. Gemäss den Centers for Disease Control and Prevention (CDC) verzeichnen die USA über 17 Millionen Ansteckungen mit dem Coronavirus. Bereits über 312’000 Menschen sind am Virus gestorben. Die CDC raten dringend von grossen Menschenansammlungen ab.

Ebenfalls am 6. Januar geben die Wahlleute ihre Stimme offiziell in Washington ab. Auch wenn es einige Abweichler geben wird, werden sie nichts daran ändern können, dass Joe Biden als der 46. Präsident der USA bestätigt wird.

«Peinlichstes Dokument aus dem Weissen Haus»

Donald Trump stützt seine Aussagen, dass es bei den US-Wahlen zu Wahlbetrug im grossen Stil gekommen sei, auf einen Bericht des bekannten US-Ökonomen Peter Navarro. Dieser hat einen 30 Seiten starken Bericht vorgelegt, in dem er die Wahlunregelmässigkeiten und den Wahlbetrug in Bundesstaaten wie Wisconsin, Nevada oder Georgia – Staaten, die alle knapp an Joe Biden gingen – zu beweisen versucht.

Peter Navarro ist Wirtschaftsberater des Weissen Hauses. Er unterstützte Trump bereits im Wahlkampf 2016. Sein Bericht wurde von den US-amerikanischen Medien mehrheitlich negativ aufgenommen. So hat die «Washington Post» davon gesprochen, der Bericht sei «das wohl peinlichste Dokument, das je aus dem Weissen Haus kam».

Für Trump selbst ist klar: Navarros Bericht ist der Beweis dafür, dass es unmöglich sei, dass er die Wahl im November verloren habe. Deshalb fordert er seine Anhänger auf Twitter auf, an den Protesten in Washington Anfang Januar teilzunehmen. «Seid dort, das wird abgefahren», so Trump.

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