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Verzicht auf KandidaturDonald Trump tritt nicht gegen Obama an

Es war nur ein PR-Manöver: Der New Yorker Immobilienmogul Donald Trump will bei der US-Präsidentenwahl nicht gegen Amtsinhaber Barack Obama kandidieren.

von
pbl

Die Entscheidung sei ihm nicht leicht gefallen, aber er sei als leidenschaftlicher Geschäftsmann noch nicht bereit, die Welt der Wirtschaft zu verlassen, um Politiker zu werden. Das gab der 64-jährige Milliardär am Montag in einer Erklärung bekannt.

Trump hatte sich in den vergangenen Wochen als möglicher republikanischer Kandidat für die Wahl im November 2012 ins Gespräch gebracht. Er war dabei vor allem in den Medien auf grosse Resonanz gestossen und konnte sich in Umfragen teilweise auf die vorderen Plätze schieben. Zuletzt aber waren seine Werte regelrecht eingebrochen.

Ein «Witzkandidat»

Für Aufregung hatte der Baulöwe gesorgt, weil er die seit Jahren kursierenden «Geburtsgerüchte» um Präsident Barack Obama erneut kräftig angefacht hatte. Sie besagen, dass Obama nicht in den USA geboren worden sei und somit kein Recht auf das Präsidentenamt habe. Die erneute öffentliche Diskussion führte dazu, dass das Weisse Haus schliesslich eine vollständige Geburtsurkunde veröffentlichen liess.

Kritiker hatten Trump vorgeworfen, überhaupt keine politischen Ambitionen zu haben. Sein Ziel sei es lediglich gewesen, seiner NBC-Reality-Fernsehsendung «The Apprentice» gute Quoten zu verschaffen und seine Marke zu stärken. Karl Rove, der ehemalige Chefstratege von Präsident George W. Bush, bezeichnete Trump als «Witzkandidaten».

Ein weiterer Verzicht

Am Wochenende hatte bereits Mike Huckabee, der ehemalige Gouverneur von Arkansas, erklärt, nicht gegen Obama antreten zu wollen. Der frühere Baptistenprediger ist ein Idol der religiösen Rechten, die ihn für seine klare Linie bei Reizthemen wie Homo-Ehe und Abtreibung schätzt. Bei den Vorwahlen 2008 war der Buchautor und Moderator des TV-Senders Fox News hinter John McCain auf Platz zwei gelandet.

Bislang haben der ehemalige Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Newt Gingrich, und der texanische Abgeordnete Ron Paul, ein Liebling der Tea Party, offiziell ihren Hut in den Ring geworfen. Mit dem Ex-Gouverneur von Minnesota, Tim Pawlenty, und dem frühren Gouverneur von Massachusetts, Mitt Romney, haben zwei weitere republikanische Politiker zumindest die Weichen für eine Kandidatur gestellt: Sie gründeten Komitees, welche die Chancen einer Bewerbung ausloten sollen.

Republikaner in Not

Allerdings sah sich Romney unter Druck der dominanten Parteirechten gezwungen, sich von einer Gesundheitsreform zu distanzieren, die er 2006 in Massachusetts höchstselbst aufgegleist hatte. Und Gingrich hat sich bereits mit der eigenen Partei angelegt, indem er die geplanten Budgetkürzungen bei der staatlichen Krankenkasse für Senioren (Medicare) scharf kritisierte. Damit festigte Gingrich sein Image als unberechenbarer Querschläger.

Rechte Kommentatoren klagen deshalb immer lauter über die Unfähigkeit der Republikaner, eine starke und glaubwürdige Alternative zu Barack Obama aufbauen zu können. Dabei wäre der Präsident angesichts der lahmenden Wirtschaft und der hohen Arbeitslosigkeit durchaus angreifbar. Die Hoffnungen konzentrieren sich deshalb auf relativ unverbrauchte Gouverneure wie Mitch Daniels (Indiana) und Chris Christie (New Jersey). Doch die Zeit wird langsam knapp – Obama hat seine Wahlkampfmaschinerie längst angeworfen. (pbl/sda)

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