In die Türkei: Donald Trump will Prediger Gülen ausliefern
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In die TürkeiDonald Trump will Prediger Gülen ausliefern

Nach Angaben der Regierung in Ankara soll US-Präsident Donald Trump einer Auslieferung des Predigers Gülen zugestimmt haben. Hohe Beamte widersetzen sich.

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mat
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Gemäss NBC News habe die US-Regierung Wege überprüft, wie der im amerikanischen Exil lebende  Fethullah Gülen legal in die Türkei ausgeschafft werden könne.

Gemäss NBC News habe die US-Regierung Wege überprüft, wie der im amerikanischen Exil lebende Fethullah Gülen legal in die Türkei ausgeschafft werden könne.

Keystone/AP/Selahattin Sevi
So soll Donald Trump beim G20-Gipfel in Argentinien seinem türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan gesagt haben, dass die USA an der Auslieferung von Fethullah Gülen an die Türkei arbeite.

So soll Donald Trump beim G20-Gipfel in Argentinien seinem türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan gesagt haben, dass die USA an der Auslieferung von Fethullah Gülen an die Türkei arbeite.

epa/Yuri Gripas / Pool
Man erhofft sich, damit den türkischen Präsidenten zu besänftigen.

Man erhofft sich, damit den türkischen Präsidenten zu besänftigen.

Laut Medienberichten soll beim G20-Gipfel in Argentinien Donald Trump seinem Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan gesagt haben, dass die USA an der Auslieferung von Fethullah Gülen an die Türkei arbeite. Auch weitere Personen sollen überstellt werden.

Erdogan macht den Prediger für den Putschversuch im Jahr 2016 verantwortlich.

Das amerikanische Nachrichten-Portal NBC News beruft sich in seinem Bericht auf zwei ranghohe amerikanische Beamte sowie zwei weitere nicht näher genannte Personen. Demnach wolle die US-Regierung mit der Auslieferung des Erdogan-kritischen Predigers Fethullah Gülen die Türkei nach den Unruhen um den Fall Khashoggi besänftigen. Donald Trump hatte sich bei der Schuldzuweisung bei der Ermordung des Journalisten hinter den saudi-arabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman und gegen den türkischen Präsidenten Erdogan gestellt.

Augenrollen und Zurückweisung

Gemäss NBC News seien vergangenen Monat bei den amerikanischen Bundespolizeien, zu denen auch das FBI gehört, Anträge eingegangen, Wege zu überprüfen, wie der im amerikanischen Exil lebende Gülen legal in die Türkei ausgeschafft werden könne.

Gülen lebt seit den späten 1990er-Jahren mit einer Green Card, die ihm einen uneingeschränkten Aufenthalt in den Vereinigten Staaten zusichert, im Bundesstaat Pennsylvania. Die zuständigen Beamten hätten die Anfragen aus dem Weissen Haus «augenrollend» zurückgewiesen.

218'000 Verhaftungen

Seit dem Putschversuch vom Juli 2016 gegen Präsident Recep Tayyip Erdogan greift die türkische Regierung gegen angebliche Mitglieder der Gülen-Bewegung hart durch. Justiz und Medien gelten unterdessen als weitgehend handzahm gegenüber dem Staat.

Nach offiziellen Zahlen von Mitte November wurden seither wegen angeblicher Verbindungen zu den Putschisten rund 218'000 Menschen festgenommen. 16'684 der Betroffenen wurden demnach verurteilt. 14'750 befanden sich weiterhin in Untersuchungshaft. Mehr als 140'000 Menschen wurden aus dem Staatsdienst entlassen. Die international scharf kritisierten Massnahmen treffen auch Akademiker, Menschenrechtler und Journalisten. (mat/20 Minuten/sda)

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