Basels Gegner: Donezk: Trotz Millionen viele Probleme
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Basels GegnerDonezk: Trotz Millionen viele Probleme

Gemessen an den Investitionen ist Basels erster Gegner in der Champions League ein europäisches Schwergewicht. Doch das Team verpatzte den Saisonstart total und hat diverse Schwächen.

Der ukrainische Meister ist seit einigen Jahren regelmässiger Gast in

der Champions League, hat aber die Gruppenphase bis jetzt nie überstanden. Das, obwohl im ukrainischen Fussball ebenso viele Millionen aus dem Öl und Gas-Geschäft investiert werden wie in Russland. Doch bei Schachtjor scheint es, die Millionen würden eher verpulvert. Spieler kauft der Liga-Krösus dabei am Laufband ein. Aber eine Mannschaft zu kaufen ist auch in Donezk noch nicht gelungen: 18 Nationalspieler und Olympiateilnehmer stehen im aktuellen Kader der «Orangen», dazu kommen mit den Brasilianern Fernandinho, einem

Mittelfeldstrategen oberster Güteklasse, Jadson und Brandao weitere

unbestrittene Topspieler. Der geschätzte Marktwert des Kaders erreicht daher beinahe 200 Millionen Franken.

Völlig missratener Start in der Liga

Bedauerlich aus Sicht der Osteuropäer, dass man damit nicht gleich direkt die Punkte kaufen kann. Denn nach sieben Spielen in der Meisterschaft steht erst ein einziger Sieg zu Buche. Schachtjor steht in der 16-er Liga mit sieben Punkten auf Rang 11 und hat bereits elf Punkte Rückstand auf Lokalrivalen Metallurg. Im Umfeld des Vereins rumort es bereits gewaltig, doch noch geniesst Trainer Mircea Lucescu das Vertrauen der Vereinsleitung. Manager Sergej Palkin stellte sich letzte Woche noch einmal demonstrativ hinter Lucescu, auch wenn dieser kürzlich in einem TV-Interview ankündigte, dass es seine letzte Saison bei Schachtjor sei. Der Fokus der gesamten Saison liegt voll auf der Champions League.

Seit der Saison 2000/2001 versucht Schachtjor Donezk verzweifelt die

Gruppenphase zu überstehen. Besonders knapp war es 2004, als es trotz Siegen über Celtic Glasgow und den FC Barcelona wieder nicht reichen sollte. Inzwischen unternehmen die Ukrainer den fünften Anlauf, das Achtelfinale zu erreichen. Die Vorzeichen hierfür sind jedoch eher schlecht.

Diverse Testspiele in der Schweiz

In der Vorbereitungsphase auf diese Saison gab Schachtjor seine Visitenkarte einmal mehr in der Schweiz ab und bestritt gleich mehrere

Testspiele. 20 Minuten Online hat nach Recherchen festgestellt, dass die Ukrainer jeweils eine grundlegend andere Mannschaft aufgestellt hatten. Kein Stein blieb auf dem anderen und selbst die taktischen Positionen

der Spieler waren teilweise verändert, sofern sie überhaupt aufgestellt

wurden. In der Meisterschaft ging dies so weiter. Eine eingespielte Mannschaft werden die Fans in Basel nicht sehen.

Viele unnötige Karten

Auffällig ist ebenfalls, dass die Spieler mit der Gesamtsituation

zuletzt nicht zufrieden waren. Mehr als die Hälfte aller gelben Karten handelt

sich das Starensemble wegen Reklamieren, Meckern und Unsportlichkeiten ein.

In der Champions League steht das Team der Ukrainer auf dem Prüfstand. Ein Versagen in Basel würde rund um das Olympiastadion in Donezk ein Erdbeben mittlerer Stärke auslösen. Spieler und Trainer stehen unter gewaltigem Druck. Wenn es dem FC Basel gelingt, Ruhe

zu bewahren, kühlen Kopf zu behalten und die zweifellos vorhandenen

Schwächen in der taktischen (Defensiv-)Organisation clever auszunutzen, ist ein Sieg durchaus möglich.

(gwl)

Millionenschwerer Präsident

Mit Rinat Achmetow hat Schachtjor einen zahlungskräftigen Präsidenten. Für das «Forbes»-Magazin ist er Unternehmer der 127. reichste Mann der Welt. Dabei geht man von einem Vermögen von 7,3 Milliarden Dollar aus, doch in der Ukraine spricht man von einer weit grösseren Zahl. In der Ukraine gehört Achmetow zu den einflussreichsten Personen, und Geld spielt keine Rolle.

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