Nach Goldmedaillen-Gewinn - Doping-Aufregung um 15-jähriges Eiskunstlauf-Megatalent

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Nach Goldmedaillen-GewinnDoping-Aufregung um 15-jähriges Eiskunstlauf-Megatalent

Im Eiskunstlauf-Teamwettbewerb hat das russische Team die Goldmedaille gewonnen. Doch die offizielle Siegerehrung hat noch nicht stattgefunden. Es herrscht Unklarheit über einen möglicherweise positiven Doping-Test. 

von
Nils Hänggi
(aus Peking)
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Kamila Waljewa gewann mit ihrem russischen Team Gold beim Eiskunstlauf-Teamwettbewerb.

Kamila Waljewa gewann mit ihrem russischen Team Gold beim Eiskunstlauf-Teamwettbewerb.

imago images/Penta Press
Doch die Siegerehrung fand noch nicht statt. 

Doch die Siegerehrung fand noch nicht statt. 

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Medienberichten zufolge soll der Grund dafür ein positiver Dopingtest sein. Gerüchten zufolge ist die gefundene Substanz nicht leistungsfördernd. 

Medienberichten zufolge soll der Grund dafür ein positiver Dopingtest sein. Gerüchten zufolge ist die gefundene Substanz nicht leistungsfördernd. 

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Darum gehts

  • Drei Tage nach dem Eiskunstlauf-Teamwettbewerb hat die Siegerehrung immer noch nicht stattgefunden. 

  • Der Grund soll ein positiver Doping-Test sein. 

  • Im Zentrum steht das 15-jährige russische Wundertalent.

Drei Tage ist es schon her. Drei Tage, seitdem die russische Auswahl den Eiskunstlauf-Teamwettbewerb bei den Olympischen Winterspielen gewonnen hat – vor den USA und Japan. Und die Siegerehrung lässt immer noch auf sich warten. Eine «offene Rechtsfrage» ist laut IOC der Grund. Sprecher Mark Adams sprach gegenüber verschiedenen Medien von «rechtlichen Gründen». Weitere Angaben zu den Gründen der Verschiebung machte er nicht. Eigentlich war die Zeremonie für Dienstag geplant gewesen. 

Mittlerweile kommt mehr Licht ins Dunkle. Medienberichten zufolge soll ein positiver Dopingtest der Grund dafür sein, dass die Ehrung noch nicht stattgefunden hat. Gerüchten zufolge ist die gefundene Substanz nicht leistungsfördernd. Das berichten unter anderem das gutinformierte Olympiaportal «Inside the Games» und der «Guardian». Adams mag das offiziell nicht bestätigen, er lässt lediglich verlauten: «Es ist kurzfristig eine Situation entstanden, die rechtliche Beratung erfordert.»

Und weiter: «Wir bitten und hoffen auf die Geduld und das Verständnis aller betroffenen Athleten», sagte er. Die damit befassten Stellen würden «sehr schnell» arbeiten. Adams konnte nicht sagen, ob über die Medaillenvergabe noch vor dem Abschluss der Winterspiele am 20. Februar entschieden werden kann. Ein Problem: Den Olympia-Beteiligten aus dem Ausland wird im Zuge der strengen Corona-Massnahmen empfohlen, China spätestens zwei Tage nach ihrem letzten Wettkampf zu verlassen. Daher ist offen, ob die Medaillenzeremonie noch nachgeholt werden kann. Das IOC ist in der Sache auch in Gesprächen mit dem Weltverband ISU.

«Das kann nicht wahr sein»

Gemäss «Inside the Games» soll ausgerechnet Eiskunstlauf-Wunderkind Kamila Waljewa im Zentrum des russischen Doping-Wirbels an den Olympischen Spielen stehen. Auch dank der 15-Jährigen gewann Russland, die junge Russin faszinierte Sportfans weltweit mit zwei Vierfach-Sprüngen. Das schaffte an den Olympischen Spielen noch keine Frau vor ihr. Am Mittwoch erschien sie nicht zum Training. Auch die Paartänzer Anastasia Mishina und Aleksandr Galliamov sowie Mark Kondratiuk fehlten bei den Trainingseinheiten. Es gilt die Unschuldsvermutung. 

Tatsache ist: Die Lage ist kompliziert. Da Waljewa minderjährig ist, gilt sie gemäss Anti-Doping-Regeln als «geschützte Person». Waljewa könnte damit nicht offiziell identifiziert werden, wenn sie sich eines Verstosses gegen Anti-Doping-Bestimmungen schuldig gemacht haben sollte. Was wiederum der Grund sein könnte, dass es keine offizielle Bestätigung gibt. Eine genaue Prüfung erfolgt laut «Inside the Games» zurzeit. 

Die russische Trainerin dementierte derweil die Vorwürfe und bestritt, dass einer der Athleten oder eine der Athletinnen des russischen Olympischen Komitees dopen würde. Tatiana Tarasova sagte: «Das kann nicht wahr sein. Man kann mit dem Finger auf uns zeigen, aber wir sind alle sauber.» Russland tritt aufgrund von mehreren Dopingfällen nicht als Vertreter ihres Heimatlandes, sondern als Vertreter des Russischen Olympischen Komitees (ROC) an. 

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