Imageschaden - Doping kostet Kariem Hussein sechsstellige Sponsorengelder
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ImageschadenDoping kostet Kariem Hussein sechsstellige Sponsorengelder

Der Schweizer Hürdenläufer Kariem Hussein verpasst wegen Dopings die olympischen Spiele und ist für neun Monate gesperrt. Das schadet seinem Image und kostet ihn Sponsorengelder.

von
Barbara Scherer
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Kariem Hussein verkauft sich selber als glaubwürdig, charismatisch und überzeugend auf seiner Homepage.

Kariem Hussein verkauft sich selber als glaubwürdig, charismatisch und überzeugend auf seiner Homepage.

Tamedia/ Dieter Seeger
Nach einem positiven Doping-Test bröckelt das Image des Sportlers nun aber.

Nach einem positiven Doping-Test bröckelt das Image des Sportlers nun aber.

Tamedia AG
Der Leichtathlet hat nach den Schweizer Meisterschaften Ende Juni in Langenthal eine Gly-Coramin-Lutschtablette genommen. 

Der Leichtathlet hat nach den Schweizer Meisterschaften Ende Juni in Langenthal eine Gly-Coramin-Lutschtablette genommen.

20min/Marco Zangger

Darum gehts

  • Das Image des Schweizer Hürdenläufers Kariem Hussein ist angekratzt.

  • Ein Doping-Test fiel positiv aus.

  • Der Sportler ist deswegen neun Monate gesperrt.

  • Seine Sponsoren werden ihn in dieser Zeit wohl nicht mehr unterstützen.

Die Olympischen Spiele in Tokio finden ohne ihn statt: Der Schweizer Hürdenläufer Kariem Hussein ist für neun Monate gesperrt. Grund dafür ist ein positiver Doping-Test. Eine Lutschtablette, die im Training erlaubt ist, bei Wettkämpfen aber nicht, ist dem Sportler zum Verhängnis geworden.

Das ist nicht nur ein harter Schlag für die Sportlerkarriere, sondern auch für die Marke Kariem Hussein. Denn der Hürdenläufer vertritt verschiedenste Firmen. So tritt der Schweizer als Werbebotschafter für die Sanitärfirma Geberit oder den Vermögensverwalter Sparbatze auf und wirbt für Marken wie BMW und Nike.

Auf seiner Webseite beschreibt der Sportler sich selber als Marke, die für Performance und Lifestyle stehe. «Als Botschafter ist Kariem glaubwürdig, charismatisch und überzeugend», heisst es weiter. Doch jetzt bröckelt das Bild des Saubermanns.

Sponsoren können Verträge sofort künden

«Die Marke Kariem steht nun auf der Kippe», sagt Marketing-Experte Hans-Willy Brockes vom ESB Marketing-Netzwerk. Denn dieser positive Doping-Test werde seine Karriere für immer verfolgen. Obwohl der Hürdenläufer die Krise aus Marketing-Sicht sehr gut meistere.

«Er hat alles zugegeben und sich aufrichtig entschuldigt», so Brockes. Wenn er sich weiterhin so verhalte, bilde der Sportler damit eine gute Basis für ein Comeback. Doch für die nächsten neun Monate muss Kariem Hussein seine Marke laut Brockes auf Eis legen.

«In dieser Zeit werden seine Sponsoren wohl alle Verträge ruhen lassen», erklärt Brockes. Denn fast alle Marketingverträge mit Sportlern beinhalten eine Doping-Klausel. Diese berechtigt die Geldgeberinnen und Geldgeber in einem Dopingfall zur sofortigen Kündigung aller Verträge.

Keine Sponsorengelder für neun Monate

Dass nun alle Firmen ihre Verträge mit dem Schweizer Hürdenläufer beenden, bezweifelt Brockes aber. «Kariem Hussein hat nicht systematisch gedopt, sondern einmal eine verbotene Substanz zu sich genommen und steht für diesen Fehler gerade, da würde es ein komisches Licht auf die Geldgeberinnen und Geldgeber werfen, wenn sie ihn sofort verlassen.»

Darum sei davon auszugehen, dass die Verträge für neun Monate eingefroren werden. «Leistet Kariem Hussein danach wieder sportliche Höchstleistungen, könnte es gut sein, dass Sponsoring-Partnerschaften fortgesetzt werden.»

Gelder im sechsstelligen Bereich fallen weg

Durch den Doping-Vorfall dürfte der Spitzensportler darum wohl Gelder im sechsstelligen Bereich verlieren, wie Brockes vermutet. Denn als Leichtathlet nimmt Kariem Hussein wenig Geld ein. Die grössten Einnahmen als Sportler macht er durch Sponsoringverträge.

Finanziell ruiniert ist der Hürdenläufer dadurch wohl aber nicht. Denn Kariem Hussein ist ausgebildeter Arzt. Ob er seine Sportkarriere wieder aufbauen kann, ist aber fragwürdig. Schliesslich ist der Schweizer bereits 32 Jahre alt. «Für die nächsten Olympischen Spiele in drei Jahren dürfte er dann wohl zu alt sein», so Brockes.

Warum wurde Hussein gesperrt?

Der Leichtathlet Kariem Hussein hat nach den Schweizer Meisterschaften Ende Juni in Langenthal eine Gly-Coramin-Lutschtablette genommen. Die Tablette enthält Glucose (Traubenzucker), die Energie spendet, und Nikethamid, das die Atmung anregen kann. Aber der Inhaltsstoff Nikethamid wurde Ende der 1970er-Jahre auf der Dopingliste nationaler und internationaler Sportfachverbände aufgenommen. Die Substanz darf vor und während eines sportlichen Wettkampfs nicht eingenommen werden, wohl aber während des Trainings.

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