Aktualisiert 07.06.2007 12:36

Doping-Razzia: Fahrer und Betreuer verhaftet

Nach der Sicherstellung einer beträchtlichen Menge von Dopingmitteln im Rahmen einer Razzia der belgischen Polizei ist ein Dutzend Radprofis und Betreuer vorübergehend festgenommen worden.

Dem Vernehmen nach ist ein Betreuer des belgischen ProTour-Teams Quick Step in die Affäre verwickelt. Die Namen der Verhafteten und der betroffenen Teams sowie die Art der gefundenen verbotenen Substanzen wurden von der Staatsanwaltschaft in Kortrijk (Be) allerdings nicht genannt.

Der Sprecher der ermittelnden Staatsanwaltschaft erklärte zu den Vorgängen: «Am Donnerstagmorgen wurden zehn Privatwohnungen in Flandern und Wallonien durchsucht. Die Beamten haben eine bedeutende Menge von Dopingmitteln sichergestellt. Zwölf Personen wurden in Gewahrsam genommen. Sie werden derzeit vernommen.» Die Razzia sei sehr gut vorbereitet gewesen: «Wir haben die Mittel genau da gefunden, wo wir sie vermutet hatten.»

Falls sich unter den Festgenommenen ein Mitglied der Profiequipe Quick Step mit dem Weltmeister und Olympiasieger Paolo Bettini sowie dem Ex-Weltmeister Tom Boonen befinden sollte, würde das Team erneut in die Doping-Schlagzeilen geraten. Im Januar hatte der im April 2004 zürückgetretene Johan Museeuw mit einem Geständnis für Aufsehen gesorgt. Er gab zu, in seiner letzten Saison mit Quick Step leistungssteigernde Mittel eingenommen zu haben.

Der Prozess gegen Museeuw wegen Besitzes und Konsums verbotener Substanzen soll am 19. Juni beginnen. Neben dem 41-Jährigen müssen sich auch die früheren Profis Jo Planckaert, Mario De Clercq und Chris Peers vor Gericht verantworten.

Vandenbroucke nach Selbstmordversuch im Spital

Der belgische Radprofi Frank Vandenbroucke wurde am Mittwoch nach einem Selbstmordversuch in ein Mailänder Spital eingeliefert. Gemäss den Ärzten ist der Zustand des 32-Jährigen ernst.

Der einstige Hoffnungsträger Vandenbroucke gab vor zwei Jahren die Einnahme von Wachstumshormonen, EPO, Amphetaminen, Steroiden und Morphin zu. Wegen Besitzes und Einfuhr von Dopingmitteln und Drogen wurde er zu einer Busse von 250 000 Euro verurteilt. Schon 2002 war der Belgier nach einer Hausdurchsuchung für 18 Monate gesperrt worden, und 2006 hatte er für Aufsehen gesorgt, als er mit einer gefälschten Lizenz Rennen bestritt.

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